Die Schlafcoach-Koryphäe im Sauerland: Bianca Niermann
Shownotes
https://www.berghotel-hoher-knochen.de
https://www.bianca-niermann.de/
Moderation:
Thorsten Hup (Journalist)
Schnitt und Bearbeitung:
Tonstudio Moritz Maier
Aufgenommen mit Track E´s von Tentacle Sync
Sprecher Intro & Outro: Sven Weikam https://weikam-medien.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Unter dem Strich sind Schrei- und Schlafprobleme, Entspannungspprobleme.
00:00:04: Um den Eltern zu sagen, das Kind ist nicht das Problem, es hat eins.
00:00:14: Das ist das Allerwichtigste.
00:00:21: Das Eltern Klarheit und Sicherheit haben im Umgang mit dem Kind
00:00:25: und dann überträgt sich das automatisch auf das Kind.
00:00:29: Wir haben uns auch mit den Eltern und den Eltern in den Umgang mit
00:00:32: den Eltern in den Umgang mit dem Kind.
00:00:34: Unser heutiger Walk-and-Talk-Gast heißt Bianca Niermann.
00:00:39: Für das, was sie tut, wird sie manchmal sogar extra eingeflogen.
00:00:42: Oder muss auch mal kurz mit in den Panic Room,
00:00:45: weil die Auftraggeber manchmal 1a-Promis sind
00:00:48: oder zu den reichsten Menschen im Land gehören.
00:00:51: Bianca Niermann ist Schlafcoach seit gut 20 Jahren.
00:00:54: Eine echte Korriffehe.
00:00:57: Walk-and-Talk - Begegnungen am Berghotel Hoher Knochen.
00:01:01: Wir haben Samstag Nachmittag.
00:01:06: Wir starten zu einer neuen Folge Walk-and-Talk in Sauerland.
00:01:09: Heute ist zu Gast Bianca Niermann.
00:01:11: Herzlich willkommen erst mal.
00:01:13: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:15: Sehr gerne.
00:01:17: Haben Sie Lust, mit mir ein bisschen durch die schöne Sauerländer
00:01:20: in der Natur zu spazieren?
00:01:22: Sehr gerne.
00:01:24: Dann machen wir das jetzt mal.
00:01:26: Gehen wir mal los.
00:01:28: Hier direkt an der Gaststube.
00:01:30: Passend zum neuen Claim vom Berghotel Hoher Knochen.
00:01:33: Wir sind hier auf 700 Metern Höhe in Alleinlage auf dem Berg.
00:01:36: Der neue Claim heißt,
00:01:38: wir gespannt, was Sie jetzt sagen,
00:01:40: kurz hochfahren und so richtig runterkommen.
00:01:43: Das ist genau mein Thema.
00:01:45: Das passt ja richtig gut mit dem.
00:01:47: Zumindest darf man dann runterkommen.
00:01:49: Das passt ja zu meinem Job auch.
00:01:51: Wir gehen heute mal anders als sonst auf Walk-and-Talk-Wagen.
00:01:54: Wir gehen direkt an den Schafen vorbei.
00:01:56: Wir laufen mal auf Wolke 7 zu.
00:01:58: Das ist das Entspannungshaus.
00:02:00: Das ist das Militationshaus.
00:02:02: Sie kennen das noch nicht.
00:02:04: Nein, das kennen wir noch nicht.
00:02:06: Das ist ein richtig großes Dorf hier.
00:02:08: Das ist nicht nur ein kleines Hotel,
00:02:10: sondern eine richtige Dorfanlage.
00:02:12: Jetzt sehen wir auch, hier sind die Schafe.
00:02:14: Heute mal von der anderen Seite die eigenen Haus-Schafe.
00:02:17: Wir sind jetzt auf der anderen Seite.
00:02:19: Die eigenen Haus-Schafe.
00:02:21: Die sind seit ein paar Jahren mit dabei.
00:02:23: Jetzt laufen wir den Weg zu Wolke 7.
00:02:25: Auf der rechten Seite, was ich mal ganz schön finde,
00:02:28: ist total mystisch hier mit dem Nebel.
00:02:30: Absolut, absolut.
00:02:32: Das ist der Hochnebel.
00:02:34: Das habe ich beim letzten Mal von Herrn Papel,
00:02:36: dem Wettergott hier gelernt.
00:02:38: Man kann schon ein paar Meter sehen.
00:02:40: Aber es ist noch ganz schön.
00:02:42: Der Nebel warbert hier durchs Tal.
00:02:44: Ein bisschen kommt die Sonne raus,
00:02:46: aber so ganz traut sie sich noch nicht.
00:02:48: Das sind die beiden Linken.
00:02:50: Die Ferienhäuser vom Hotel.
00:02:52: Ich hatte tatsächlich vor kurzem mal mit den Kindern das vergnügen.
00:02:55: Das sind ganz neu gebaute Häuser.
00:02:57: Super schick ausgestattet.
00:02:59: Man hat zwei Etagen, zwei Schlafzimmer,
00:03:01: ich glaube 130 Quadratmeter.
00:03:03: Ein eigenen Kamin.
00:03:05: Eine eigene Sauna.
00:03:07: Und ein Schnäckschnack.
00:03:09: Das hat vor allem diesen schönen Blick ins Rotagebirge.
00:03:12: Aber darum geht es eigentlich nicht.
00:03:14: Von hier an.
00:03:16: Ich freue mich wirklich, dass Sie heute mit dabei sind.
00:03:19: Sie haben einen tollen Job.
00:03:21: Wir können, wie alle,
00:03:23: die Kinder haben oder welche bekommen wollen,
00:03:26: einfach über das Thema reden wollen, viel von Ihnen lernen.
00:03:29: Sie waren vor fast 20 Jahren
00:03:32: eine der ersten oder sogar die erste
00:03:34: Schlafcoaching-Dame in Deutschland.
00:03:36: Also Trainerin für Babys.
00:03:38: Sagen wir es mal konkret,
00:03:40: für Schrei-Babys.
00:03:42: Vor allem für die Eltern in aller Ärzte.
00:03:44: Und für die Eltern.
00:03:46: Und dazu unterhalten wir uns jetzt gleich mal exklusiver.
00:03:49: Ich wollte jetzt mal fragen,
00:03:51: können Sie sich noch erinnern,
00:03:53: was war denn damals so,
00:03:55: als Sie selber noch klein waren?
00:03:57: Was war Ihr erster Berufswunsch?
00:03:59: Nicht Schlafcoach?
00:04:01: Also mein erster Berufswunsch als Kind
00:04:03: war aber damals schon,
00:04:05: was mit kleinen Kindern zu machen.
00:04:07: Definitiv.
00:04:09: Also ich habe schon sehr, sehr früh,
00:04:11: ich weiß nicht, das war ich drei,
00:04:13: aber ich habe schon sehr, sehr früh auf dem Kinderspielplatz
00:04:15: mich immer um die ganz Kleinen gekümmert.
00:04:17: So hat meine Mutter sich dann immer gewundert.
00:04:19: Und ich hatte den Wunsch tatsächlich schon ganz früh.
00:04:22: Das wusste ich schon.
00:04:24: Das Außergewöhnliche?
00:04:26: Ja, das war einfach so.
00:04:28: Also war das schon ein bisschen Bestimmung damals?
00:04:30: Ich glaube schon.
00:04:32: Ich habe ja auch Lehramt studiert,
00:04:34: die sind ja dann schon ein bisschen älter.
00:04:36: Ich habe dann Grundschullehramt studiert.
00:04:38: Sport, Deutsch und Biologie.
00:04:40: Die hat mich besonders immer interessiert.
00:04:43: Und das ist ja auch beim Thema Schlafen
00:04:45: ganz wichtiger Teil, die Schlafbiologie.
00:04:47: Irgendwie hatte ich das schon immer im Blut.
00:04:50: So, jetzt machen wir einen kurzen Zwischenstopp.
00:04:53: Wir stehen jetzt vor Wolke 7.
00:04:55: Was sehen Sie hier?
00:04:57: Was kommt jetzt bei Ihnen an, wenn Sie es mal beschreiben?
00:04:59: Ja, also erstmal ist natürlich die Lage hervorragend.
00:05:02: Wenn ich mir jetzt den Raum anschaue,
00:05:05: da sieht es aus, als findet da heute Meditation statt.
00:05:08: Oder Yoga vielleicht, so etwas in der Art.
00:05:11: Das hat auf jeden Fall eine sehr ruhige Ausstrahlung,
00:05:14: sehr harmonisch.
00:05:16: Auch von mit der schönen großen Glasfront.
00:05:19: Und hier direkt am Weitgelegen.
00:05:21: Also Wolke 7 passt,
00:05:23: weil man guckt ja gefühlt auch runter.
00:05:26: Zumindest heute in die Wolken.
00:05:28: Stimmt.
00:05:30: Da kann man sich schon wohlfühlen, glaube ich.
00:05:32: Haben Sie toll beschrieben?
00:05:34: So, Frau Niermann.
00:05:36: Und jetzt haben Sie sich mit Kindern beschäftigt,
00:05:39: oder mit Babys.
00:05:41: Jetzt gehen wir ein Schritt weiter.
00:05:43: Wie sind Sie denn dann irgendwann auch beruflich,
00:05:46: auf die Idee gekommen, Schlafcoach zu werden?
00:05:49: Ich bin ja so ursprünglich,
00:05:51: komme ich aus der Sportwissenschaft.
00:05:53: Ich habe für Sport dann auch noch weiter studiert,
00:05:56: über das Lehramt hinaus.
00:05:58: Nein, ich habe in der Tat nie gewusst,
00:06:01: dass ich mal Schlafcoach werde.
00:06:03: Ich habe in der Sitzkanzer in der Organisationsentwicklung
00:06:06: und Personalentwicklung gearbeitet.
00:06:08: Und war dort zuständig für Veränderungsmanagement,
00:06:11: hieß das damals.
00:06:13: Heute würde man auch sagen Change Management
00:06:15: oder auch Führungskräfte Coaching.
00:06:18: Das war für 7000 Mitarbeiter.
00:06:21: Und aus dieser Position raus bin ich dann
00:06:25: schwanger gewesen mit meiner ersten Tochter.
00:06:28: Und die, als sie auf die Welt kam,
00:06:30: war ein Kind, das sehr viel geschrien hat.
00:06:34: Und da können Sie sich vorstellen,
00:06:36: wenn Sie aus einem Führungsjob kommen,
00:06:38: mit 7 für 7000 Mitarbeiter.
00:06:40: Und dann liegt da so ein kleines Baby vor Ihnen.
00:06:43: Und Sie denken, das kriegen Sie nicht gehandelt.
00:06:46: Das war schon eine große Transformation.
00:06:49: Von jemandem Endeffekt kann man sagen,
00:06:52: aus eigener Erfahrung, Ihrer Tochter damals,
00:06:55: war ein Schrei-Baby.
00:06:57: Sie sind zum Arzt gegangen.
00:06:59: Der hat gesagt, ja, haben Sie leider Pech gehabt.
00:07:02: Und Sie konnten damals ja wahrscheinlich auch gar nicht googeln.
00:07:05: Heutzutage fast jeder.
00:07:07: Nein, gab es ja nicht.
00:07:09: Was hat man gemacht?
00:07:11: Wir haben die Mütter gefragt.
00:07:13: Die haben gesagt, ich stelle nicht so an.
00:07:16: So ist das halt.
00:07:18: Haben wir auch alle hingekriegt.
00:07:20: Oder hör mal aufzustehen, der wird ja nicht satt.
00:07:23: Und das war es.
00:07:25: Und wer gab es nicht?
00:07:27: Ich habe mir Ihre Website mal angeschaut.
00:07:30: Da stehen ja unglaublich viele Informationen drauf.
00:07:33: Was ich total spannend und auch eindrucksvoll fand,
00:07:36: Sie haben auch ein Pressespiegel.
00:07:38: Also sehr professionell auf Ihrer Seite.
00:07:40: Da ist ja alles dabei, was man sich so vorstellen kann.
00:07:43: Von der Hebammen-Zeitschrift, also Fachzeitschrift über Eltern.
00:07:46: Also die Fachzeitschrift,
00:07:48: das kennen wir alle,
00:07:50: bis hin zum Interview in der Bunden sogar.
00:07:52: Ich wollte mal wissen, welches Interview
00:07:54: und/oder welches Thema aus diesen früheren Interviews hat Ihnen persönlich
00:07:58: eigentlich so am besten gefallen?
00:08:00: Also am besten gefallen hat mir das aus der Hebammen-Zeitung.
00:08:03: Definitiv.
00:08:05: Ich glaube, das ist leider noch hinter der Bezahlschranke.
00:08:08: Aber das waren drei, vier Seiten über die Art und Weise,
00:08:12: wie ich coache.
00:08:14: Und was natürlich also wirklich gigantisch war,
00:08:17: das war die Elternzeitung.
00:08:19: Die hatten bei mir angerufen und wollten ein paar Informationen
00:08:22: zum Babyschlaf.
00:08:24: Dann habe ich mich mit denen unterhalten.
00:08:26: Und dann riefen die am nächsten Tag an und sagten,
00:08:28: "Frainier mal, wir machen Titelgeschichte, sieben Seiten."
00:08:31: Und dann haben die tatsächlich Fälle von mir besucht,
00:08:35: mit dem ganzen Team, Kamerateam, sind die durch Deutschland
00:08:39: und haben sieben Familien besucht
00:08:41: und haben deren Schlaf-Situation vorher nachher dokumentiert.
00:08:45: Und das war natürlich für mich der Durchbruch.
00:08:49: Es pämpt pass immer noch, so eine Marke,
00:08:51: ich meine jetzt nicht die Windeln,
00:08:53: sondern was quasi an Institutionen und auch als Experten
00:08:56: tun dahinter steht?
00:08:58: Ja, da steht absolut das Absolutentum dahinter.
00:09:02: Also wir hatten dann das Thema Schlaf von verschiedenen
00:09:05: Seiten beleuchtet.
00:09:07: Da war ein Schlafmediziner dabei, da war eine Hebamme dabei.
00:09:10: Da war ich mit dabei.
00:09:12: Da gab es Videos, die sind auch immer noch auf YouTube zu finden.
00:09:17: Nee, absolut professionell.
00:09:20: Und die sind ja auch sehr pro Kind eingestellt.
00:09:23: Das war mir sehr wichtig.
00:09:25: So, jetzt gucken wir mal hier.
00:09:30: Wir stehen jetzt hier quasi am Waldesrand.
00:09:33: Wir haben gerade so eine freie Schneise
00:09:35: und gucken komplett in den Hochnebel rein.
00:09:38: Was macht denn Ruhe mit Ihnen eigentlich?
00:09:40: Brauche ich ganz viel.
00:09:42: Also ich brauche ganz viel Ruhe.
00:09:44: Ich habe ja nun jeden Tag teilweise mehrere Termine,
00:09:48: wo ich anderen Menschen helfe.
00:09:51: Das ist ja im Coaching-Bereich oder im Beratungsbereich
00:09:54: sehr wichtig, dass man sich da auch um sich kümmert.
00:09:56: Weil man gibt ja sehr viel Energie, auch schon ab.
00:09:58: Wobei ich sagen muss, es ist keine Arbeit für mich.
00:10:01: Ich sage mal, das ist wie spielen, es ist für mich keine Arbeit.
00:10:04: Das finde ich aber schön.
00:10:06: Dennoch brauche ich dann auch wirklich Auszeiten regelmäßig.
00:10:09: Man kann natürlich auch sehr viel arbeiten, was einem Spaß macht
00:10:12: und sich da auch ein bisschen überschätzen.
00:10:14: So, Schlafcoaching ist kein Hexenwerk.
00:10:16: Es steht auf Ihrer Website.
00:10:18: Da habe ich gedacht, das könnte ich sagen.
00:10:20: Das sehen die Eltern, die wir trafen.
00:10:22: Und dann war ganz anders, oder?
00:10:24: Ja, das stimmt.
00:10:26: Kann ja nur jetzt von meinem Ansatz sprechen.
00:10:28: Der Ansatz ist an sich relativ komplex,
00:10:30: weil ich ja den Fokus habe auf alle Bedürfnisse des Babys.
00:10:34: Natürlich sind die Eltern auch wichtig,
00:10:36: aber mein Blick ist ja quasi, also ich bin das Kind.
00:10:40: Wenn ich im Coaching bin, dann sehe ich die Welt,
00:10:42: wie ein neun Monate altes Baby, wie ein zwei Jahre altes Kind.
00:10:46: Und ich habe ja verschiedene Disziplinen zusammengebracht.
00:10:52: Also ich habe die Entwicklungspsychologie,
00:10:54: ich habe die Neurowissenschaften,
00:10:56: ich befasse mich mit Schlafbiologie
00:10:58: und befasse mich aus diesen unterschiedlichen Disziplinen,
00:11:01: die alle was über Kinder wissen, quasi mit diesem Fall.
00:11:05: Das ist am Anfang in der Analyse recht komplex.
00:11:09: Ich mache auch Videoanalyse dazu und Gespräche und so weiter.
00:11:13: Aber im Endeffekt, wenn die Eltern dann verstanden haben,
00:11:18: welche Not das Kind hat und welche Bedürfnisse dahinter stecken,
00:11:23: dann wird es doch relativ einfach,
00:11:26: weil sie Klarheit und Sicherheit haben.
00:11:29: Und das ist das Allerwichtigste.
00:11:31: Wenn die Eltern Klarheit und Sicherheit haben im Umgang mit dem Kind
00:11:35: und dann überträgt sich das automatisch auch auf das Kind
00:11:38: und dann sind Veränderungen relativ einfach möglich.
00:11:41: Wir hatten ja gestern Abend die Möglichkeit,
00:11:43: ein kurzes Vorgespräch zu führen.
00:11:45: Und was mich wirklich beeindruckt hat, ich möchte fast sagen,
00:11:48: geflasht hat, sie haben mir gesagt,
00:11:50: wenn ich den Babys in die Augen gucke, dann weiß ich, wie die fühlen.
00:11:55: Es gibt ja den Pferdeflüsterer,
00:11:58: sind sie ein bisschen ein Babyflüsterer?
00:12:01: Ich meine, das ist gar nicht humoristisch.
00:12:04: Wie sehen Sie das?
00:12:05: Doch, das ist auch so.
00:12:07: Weil ich das Kind ja so betrachte, wie es natürlich auf die Welt kommt.
00:12:15: Das heißt, ich lese die Körpersprache, das fängt bei den Augen an.
00:12:20: Also die Kinder kommunizieren über die Augen.
00:12:23: Sie müssen sich vorstellen, wenn die auf die Welt kommen,
00:12:26: können die nicht sehr viel erkennen, außer im Abstand von 20 cm
00:12:32: die Umrisse der Augen und vielleicht noch von der Haarparty der Eltern.
00:12:36: Das heißt, wenn das Baby auf die Welt kommt und die Mutter anguckt,
00:12:40: dann sieht das Kind an den Augen der Mutter, wie es ihm selbst geht.
00:12:45: Also wenn die Mutter, sagen wir mal, sehr ängstlich ist
00:12:48: und das über die Augen, also ich meine, sie können ja überrascht gucken,
00:12:52: skeptisch, gestresst, das macht ja alles die Augen.
00:12:55: Und das ist die natürliche Körpersprache der Babys,
00:12:59: über die Augen zu kommunizieren.
00:13:01: Und ich weiß, dass das so ist und deswegen spreche ich deren Sprache.
00:13:06: Und ich kann dann über die Gästik, Mimie, Körpersprache erkennen, wie es dem geht.
00:13:13: Also das ist schon eine besondere Fähigkeit, wo man nicht sagt, du kannst jeder.
00:13:17: Das ist eine Fähigkeit, auf jeden Fall, weil ich noch dieses Gespür habe.
00:13:21: Gleichzeitig kann man es aber auch lernen.
00:13:23: Also es gibt tatsächlich Belastungszeichen, nennt man das,
00:13:26: in der Säuglingsforschung an handelrahmann tatsächlich erkennen kann,
00:13:31: wie das Baby sich fühlt.
00:13:33: Die kann man auch lernen, das mache ich ja auch mit den Eltern im Coaching.
00:13:36: Ich sage, guck mal jetzt, das ist jetzt ein Zeichen,
00:13:40: dass das Kind überlastet ist, weil es geht jetzt mit dem Kopf raus
00:13:44: aus der Kommunikation, es guckt weg.
00:13:46: Das, ja gehen die Augenbrauen hoch, guckt, das ist Begrüßung.
00:13:50: Jetzt ist der Zeitpunkt, wo es dem Baby gut geht, wo wir kommunizieren können.
00:13:55: Jetzt hört ihr mal die Atmung an.
00:13:58: Ist die gepresst, schnell atmet, dann wissen wir,
00:14:01: okay jetzt müssen wir erstmal Pause machen.
00:14:04: Kein neuen Input.
00:14:05: Also man kann es lernen, aber ich glaube schon,
00:14:09: dass man sich dann wirklich bedingungslos auf das Kind einlassen muss,
00:14:14: vorurteilsfrei nur mit diesem Kind arbeiten.
00:14:19: Was sind denn, sagen wir mal, die häufigsten Probleme,
00:14:25: Schlafprobleme, wir sind ja Schlafcoaching,
00:14:27: da sage ich immer, mit den Eltern dann zu ihnen kommen,
00:14:30: weil das Baby halt schreit.
00:14:32: Ja, das ist ja, das Schreien ist ja nur die Folge von der Überforderung
00:14:36: von Stress.
00:14:38: Jetzt kann man sagen, was ist Hände und Ei,
00:14:40: schläft das Kind schlecht, weil es viel schreit
00:14:42: ist, die Eltern, die zu mir kommen, deren Kinder haben
00:14:46: heftige Ein- und Durchschlafprobleme.
00:14:49: Die sagen wir mal, die etwas älteren, das fängt dann so mit 6 Monaten an.
00:14:52: Da haben wir Eltern, die brauchen abends 2, 3 Stunden
00:14:56: bis das Kind einschläft.
00:14:58: Die wachen nachts 10, 20 mal auf, müssen die Kinder tragen
00:15:03: auf dem Petziball, Fahrradanhänger.
00:15:07: Staubsauger an.
00:15:08: Staubsauger gibt es alles über die App mittlerweile.
00:15:11: Also gibt ja alles jetzt für alles eine App.
00:15:14: Aber sind sehr, sehr belastet, die Eltern und die haben schon
00:15:17: sehr viel durchgemacht.
00:15:19: Beide, Kinder auch, also das darf man nicht vergessen,
00:15:22: natürlich sind die Eltern belastet, aber der Schlaf,
00:15:25: der Kinder ist auch sehr, sehr gestört, hat keine gute Qualität.
00:15:29: Ist nicht erholsam, sagt man.
00:15:31: Aber Schrei-Babys, weiß ich noch, auch auf der Website,
00:15:34: Schrei-Bibys sind, kein Schicksal heißt es, glaube ich,
00:15:37: mit dem man sich abfinden muss.
00:15:39: Wie sieht denn Ihre Arbeit konkret aus?
00:15:41: Ich möchte damit vor allem mal so in lösungsorientierte Sachen
00:15:44: gehen, mal erfahren, was machen Sie, Baby schreit
00:15:46: und dann schreit es nicht mehr, was machen Sie?
00:15:48: Ja, also erst mal die Eltern aufklären.
00:15:50: Man sagt zwar Schrei-Baby, wobei es sind eher Regulationsstörungen.
00:15:54: Um den Eltern erst mal zu sagen, das Kind ist nicht das Problem.
00:15:58: Es hat eins.
00:16:00: Es ist nicht das Schrei-Baby oder das Regulationsgestörte Kind,
00:16:05: sondern die Regulation, Interaktion zwischen Eltern und Kind
00:16:10: ist gestört.
00:16:12: Das heißt ganz konkret, ich mache eine Schlafanalyse.
00:16:15: Dort werden mit dem Protokoll geschrieben über das Schlafverhalten,
00:16:20: über das Fütterverhalten, also Zeiten, Menge, Dauer.
00:16:24: Dann mache ich eine Videodiagnose.
00:16:27: Das heißt, alle Eltern drehen Filme über ihre Babys,
00:16:33: wenn sie schreien, wenn sie schlafen, wenn sie wach werden,
00:16:36: wenn sie füttern.
00:16:38: Und dann kann ich erkennen, was in der Interaktion zwischen Eltern
00:16:42: und Kind verbessert werden kann.
00:16:45: Sie sind quasi wie eine Schlafohma, sag ich jetzt mal, die dazukommt.
00:16:49: So ist es, wie klar.
00:16:50: Gibt es denn jetzt so typische oder relativ typische Schrei-Baby,
00:16:54: wo Sie mal drüber sprechen können, was sind die Ursachen,
00:16:57: warum Sie schreien und wie Sie das beheben können?
00:17:00: Also ich würde das ein bisschen weiterfassen,
00:17:03: Schrei und Schlaf gehört zusammen.
00:17:06: Erster muss man wissen, dass der junge Säugling noch bis zur
00:17:10: sechsten, siebten Woche sehr viel schreit, nämlich mal mindestens
00:17:13: im ungünstigsten Fall 2, 2, 1/2 Stunden in der Summe.
00:17:17: Das braucht er, da muss man ihn korrigulieren.
00:17:21: Das typische oder das häufigste Problem ist,
00:17:24: dass in dem Moment der Beruhigung
00:17:29: überstimuliert wird. Viel zu viel Dynamik.
00:17:32: Viel zu viel, auf und ab, hin und her, hoch und runter,
00:17:35: schnell, langsam.
00:17:36: Also zum Beispiel das Baby auf dem Petziball mit der Mutter.
00:17:40: Das sind sogenannte Intensitätskontour, das heißt,
00:17:43: es ist alles zu schnell, es ist alles zu intensiv,
00:17:46: es ist alles zu hektisch.
00:17:49: Und dadurch kommt das Kind nicht in die Entspannung.
00:17:52: Das sind eigentlich unterm Strich,
00:17:54: sind Schrei- und Schlafprobleme, Entspannungsprobleme.
00:17:57: Das ist ja spannend.
00:17:59: Ich würde jetzt mal mit meinen Worten sagen,
00:18:01: manchmal wollen die Eltern oder meistens wollen die Eltern
00:18:04: natürlich nur das Gute. Machen zu viel und am Ende weniger
00:18:07: ist mehr? Ja, absolut, weniger ist mehr.
00:18:10: In dem Moment der Regulation, aber es gehört natürlich auch
00:18:14: dazu regelmäßig zu füttern, eine Eitagsstruktur zu haben,
00:18:18: Rhythmen zu haben, Routinen zu haben, Rituale zu haben,
00:18:21: die Schlafumgebung zu beachten, das soziale Umfeld zu
00:18:26: beachten, ist das ein babyorientierter Rhythmus?
00:18:29: Auch das Kind zu beachten, was habe ich denn hier für ein
00:18:32: Temperament? Ist das eher ein Kind, was er für Ruhe braucht?
00:18:36: Ist das ein Baby, das man auch mal rausnehmen muss aus
00:18:39: einer Situation? Also ich glaube, das Grundbedürfnis ist viel
00:18:43: nicht bewusst, da was hinter Schlaf steckt.
00:18:46: Also viele wundern sich, wenn ich sage, das Bedürfnis
00:18:50: hinter Schlaf für das Baby ist zu lernen, den Umgang mit
00:18:55: der Müdigkeit A und B, Schlaf ist Ruhe, Rückzug und Erholung.
00:19:01: Sie haben ja gerade erzählt, dass Sie teilweise sogar
00:19:09: Videosequenzen, macht ja total Sinn von den Eltern bekommen,
00:19:12: weil Sie sind dann, das nehme ich jetzt Ihre Aussage nicht immer
00:19:15: mit dabei, haben Sie quasi Zoom als Babyfohren, sag ich mal,
00:19:18: als Arbeitsmittel? Ja klar, also das geht ja so weit,
00:19:21: dass ich mich in diese Babyfohren einlocken kann mit einem
00:19:24: Kot. Also ich kocke dann in das Schlafzimmer rein. Ich habe ja
00:19:28: früher jahrelang Hausbesuche gemacht, dass ich 1000 von
00:19:31: Kilometern da nächte gefahren und habe die Eltern zu Hause
00:19:34: betreut und teilweise über Nacht. Aber das, was die Kamera sieht,
00:19:39: das habe ich nicht sehen können, weil ich ja nicht direkt mit
00:19:42: dem Schlafzimmer übernachtet habe. Das ist ja erst mal aus der
00:19:45: Not heraus geboren, weil ja in den Corona-Zeiten waren ja
00:19:49: Hausbesuche teilweise nicht möglich und dann habe ich gedacht,
00:19:53: ja was muss ja doch anders möglich sein und der Umgang mit
00:19:55: Zoom ist den Eltern ja auch mittlerweile bekannt oder Teams,
00:19:58: die würden jetzt hier gar keine Werbung machen für irgendeine
00:20:00: Plattform. Also online zu arbeiten ist ja nun Gang und Gebe
00:20:04: und durch die Videoanalyse habe ich einen ganz entscheidenden
00:20:07: Vorteil gegenüber den Hausbesuchen. Ich kocke mir die Filme
00:20:11: in Zeitlupe mit den Eltern an. Das heißt, ich gehe von der
00:20:16: ersten Sekunde, mache ich den Fokus mit den Eltern auf das
00:20:20: Kind, lenke ich auf das Kind. Und dann kocke ich mir jede Sekunde
00:20:24: an und dann kann ich dir sagen, jetzt schon ist der Moment, wo
00:20:29: du schon zu spät warst. Oder das ist der Moment, da erkennst du,
00:20:33: ist noch lange nicht Zeit, ins Bett zu gehen. Oder schau mal, wie
00:20:36: das Kind hier guckt. Wenn du das siehst, dann weißt du, okay,
00:20:41: der Blick, die Körpersprache, signalisiert mir als Mutter,
00:20:45: jetzt ist das Kind recht schaffen müde zum Beispiel. Das ist
00:20:49: schon, also vorher vorragend, ich kann ja den Bild schon teilen.
00:20:52: Und dann kamen die Eltern vor allen Dingen die Zeit, sich das
00:20:56: in Ruhe anzugucken. Und dann kriegen die so einen, ich sage mal,
00:20:59: so einen diagnostischen Blick, den ich auch habe und analysieren
00:21:02: dann ihre Kinder in Zukunft selber. Wenn jetzt jemand wirklich
00:21:05: Interesse hat, mit ihnen zu arbeiten, dann ruft er sie an oder
00:21:08: schreibt ihnen eine Mail, dann gibt es irgendwann ein Erstgespräch,
00:21:10: so steht es auf der Website, das ist auch kostenlos, glaube ich.
00:21:13: Ja, immer das. Die läuft das ab ganz kurz mal erklären.
00:21:15: Ganz einfach, die rufen an und schildern mir im Problem. Also ich
00:21:17: sage dann, was haben sie für ein Problem, hören wir das an. Und
00:21:20: dann sortiere ich aus der losen Erzählung heraus, schon mal
00:21:23: für mich im Kopf grob, um was es wohl gehen könnte, wobei ich
00:21:28: dort auch noch, wie gesagt, keine 0815-Ole 4-Zwonnen-Lösung aus
00:21:33: der Schubdade ziehe, sondern ich höre mir erstmal, dass ich die
00:21:37: Probleme ankläre, die Eltern über den Ablauf auf. Also wir machen
00:21:40: erst das Infogespräch, dann ein Coaching-Termin, die Protokolle
00:21:45: müssen ausgefüllt werden und dann geht es auch schon los.
00:21:49: So, jetzt ist natürlich eine klassische Frage, was muss man denn
00:21:52: bezahlen, wie sieht es denn mit den Kosten aus?
00:21:55: Ja, ich habe seit Jahren ein Paket, das sind 495 Euro
00:22:00: zuzuglich Mehrwertsteuer und ich habe für mich ein Zeiteruizont
00:22:06: von maximal 6 bis 8 Wochen eingeplant, bis das Kind so schläft,
00:22:11: wie die Eltern sich das vorstellen.
00:22:13: Das heißt, die stehen den Eltern bis zu 8 Wochen zur Verfügung?
00:22:16: Ja.
00:22:17: Okay, dann relativiert sich der Betrag ja auch, ne?
00:22:20: Ja, also ich sage mal...
00:22:22: Und so ein bisschen zu günstig, oder?
00:22:23: Ja, das weiß ich, das sagen ja auch immer alle, du musst
00:22:25: höherpreisig, höherpreisig. Ich lebe meinen Job so, dass ich
00:22:31: meinen Alltag damit genießen kann. Und das heißt, minimale
00:22:37: administrative Aufwände, absolute freie Zeiteinteilung
00:22:41: für mich, Ortsunabhängiges Arbeiten und eine Kalkulation.
00:22:48: Das Internet bietet eine Menge Transparenz, aber wenn wir jetzt
00:22:54: beim Thema Schlafcoaching für Babys sind, auch ganz viele
00:22:58: Mitbewerber mittlerweile, sie machen das seit 20 Jahren, da gibt es
00:23:01: wahrscheinlich auch einige Trittbrettfahrer, gibt es da auch,
00:23:04: ganz offen gesprochen, gibt es da auch einige schwarze Schafe?
00:23:07: Ja, klar, die gibt es.
00:23:09: Ich kann nur den Eltern raten, wenn sie sich solide informieren
00:23:15: wollen, immer den jeden Coach zu fragen, wo hast du deine
00:23:19: Ausbildung gemacht? Was hast du für Qualifikationen?
00:23:24: Und einfach nach der Methode zu fragen, was ist das für
00:23:28: eine Methode? Und dann ist man im Endeffekt authentisch von
00:23:34: Anfang bis Ende, bei mir gibt es kein Infogespräch und ich
00:23:37: verkaufe dann was anderes.
00:23:39: Jetzt haben Sie selber das Stichwort gerade gegeben, Methodik,
00:23:41: wenn man da nochmal ein bisschen drüber spricht, wie kann man
00:23:44: Ihre Methodik, die Sie anwenden, die Methodiken beschreiben?
00:23:48: Ja, also man sagt ja immer, es gibt ja keine Methode, um das
00:23:51: Kind zum Schlafen zu bringen, kann ja auch nicht, weil dafür
00:23:55: ist das Schlafproblem viel zu individuell, aber die Methode
00:23:58: ist die Herangehensweise. Also da habe ich eine ganz klare
00:24:01: Methode, wie ich das Problem finde. Und das ist auch dann der
00:24:05: Erfolg, weil ich komme an den Kern der Ursache ran und das hat
00:24:10: richtig Methodik.
00:24:11: Wie lange dauert es im Durchschnitt? Das Baby schreit und dann
00:24:15: hört es auf.
00:24:16: Ich kann es andersrum vielleicht besser erklären. Alles was
00:24:19: länger als acht Wochen dauert, hat wahrscheinlich einen
00:24:22: Hintergrund, der ein bisschen mehr, ein bisschen mehr
00:24:26: das ist dann nicht beim Kind liegt.
00:24:26: Was bedeutet das?
00:24:27: Das bedeutet, dass entweder die Eltern belastet sind,
00:24:31: dass das System belastet ist, dass es viel Stress in der Familie ist.
00:24:35: Man nennt das Grenzen des Coachings.
00:24:38: Wenn ich nach acht Wochen ein Problem nicht ansatzweise lösen konnte,
00:24:42: dann nennt man das Grenzen des Coachings.
00:24:45: Das sind auch ganz klar definierte Grenzen.
00:24:48: Da kann dann tatsächlich eine therapeutische Einrichtung besser helfen.
00:24:52: Gibt es denn auch so was?
00:24:54: Das ist eine Marketingfrage.
00:24:56: Ich frag's trotzdem. Gibt's eine Art Schlafgarantie?
00:25:00: Es gibt deshalb eine Garantie,
00:25:02: weil ich mit den Ziegeln der Eltern arbeite.
00:25:04: Das heißt, die Eltern sind meine Garanten.
00:25:07: Wenn die es gut machen, funktioniert's.
00:25:09: Sie coachen die Eltern,
00:25:11: damit die Kinder sich wohlfühlen und besser schlafen
00:25:14: und offen zu schreien.
00:25:15: Natürlich ist gehört auch schon Übung dazu, Wiederholung.
00:25:19: Ich mach da jetzt nicht irgendwas,
00:25:21: ich bin trock und dann schläft das Kind.
00:25:23: Dann tut's das vielleicht mal ein, zwei Nächte.
00:25:26: Aber da muss ja auch ganz viel umgestellt werden,
00:25:29: auch geübt werden,
00:25:31: was die Eltern mit dem Kind ganz häufig wiederholen.
00:25:34: Können Sie uns mal ein Beispiel
00:25:36: von einem besonders schweren Fall und wie Sie den gelöst haben,
00:25:39: Schildern, fällt Ihnen da irgendwie was ein?
00:25:42: Und mal so ein bisschen noch mal direkt reinzuschauen,
00:25:45: wie Sie arbeiten?
00:25:46: Ja, also, was schwer ist, definieren ja die Eltern.
00:25:50: Was sie jetzt schwer empfinden.
00:25:52: Aber, also, ich hatte jetzt zum Beispiel einen Dreijährigen,
00:25:56: der, dessen Eltern,
00:26:00: sind jede Nacht mit Fahrradanhängern durch Berlin gefahren.
00:26:03: Das sind, das ist diese erweiterte Staubsaugergeschichte.
00:26:06: Ja, da gibt's ganz viel tragische Dinge.
00:26:09: Ja, genau, das ist nicht lustig.
00:26:11: Nee, das ist auf gar keinen Fall lustig.
00:26:13: Das ist ja Poroverzweiflung.
00:26:15: Ja, das ist klassischerweise die Eltern jahrelang keine Nacht
00:26:20: durchgeschlafen, also durchschlafen heißt ja nicht von,
00:26:23: reden wir nicht von sieben Stunden,
00:26:25: sondern keine Nacht drei, vier Stunden am Stück.
00:26:28: Und, also für mich liegen ja besonders die Fälle am Herzen,
00:26:33: wo Eltern gedacht haben, dafür gibt's keine Lösung.
00:26:37: Es gibt für alles eine Lösung.
00:26:39: Ja, das sind schon, das sind noch schon Schicksale.
00:26:43: Also, Sie müssen sich vorstellen,
00:26:44: dass sind Mütter, die gehen teilweise nicht zurück in den Job.
00:26:48: Ich hatte mal eine Familie,
00:26:50: die Mutter konnte nicht zurück in den Job,
00:26:52: die konnten ja aus dem Haus nicht mehr finanzieren.
00:26:55: Da gehen Beziehungen kaputt, Schaltern, Paare gehen auseinander.
00:26:59: Also, das ist schon sehr schön, wenn man da helfen kann,
00:27:03: dass da Frieden erst mal wieder in die Familie kommt.
00:27:06: (Ruhige Musik)
00:27:07: So, freuen Sie mal, gucken Sie mal.
00:27:12: Wir sind an einem dieser Jagdhäuser, also private Häuser.
00:27:15: Und jetzt würde man ja denken, was denken Sie, was Sie hier sehen?
00:27:19: Das sieht aus wie ein Vogelhäuser. - Den Brutkasten.
00:27:22: Hier brütet eine ganz seltene Vogelart.
00:27:24: Genau, Achtung, Naturereignis.
00:27:26: Hier brütet eine ganz seltene Vogelart, steht vorne drauf.
00:27:29: Wenn Sie den Deckel anheben, das macht die Frau Niermann gleich mal,
00:27:33: dann werden Sie den Schluckspecht sehen.
00:27:35: So, bitte schön.
00:27:36: Jetzt machen wir mal einen Deckel auf, den Holsteckel.
00:27:39: Nee, den Metalldeckel, oben hoch. - Ah, ah!
00:27:42: Oh, hier mit Spiegel und ...
00:27:44: Der ist der Schluckspecht.
00:27:46: Die Frau Niermann in dem Fall durch den Spiegel.
00:27:48: Gucken Sie mal, was haben wir. Ist das ein Grapper?
00:27:51: Ein Obstplan, Edelbrand, diesmal von Berghoff.
00:27:54: Da kommt meine Brille auf und lesen wir uns das mal durch.
00:27:57: Vergelt's Gott, vergelt's Gott natürlich.
00:27:59: Thank you.
00:28:00: Guck mal, ein schöner Edelbrand aus dem Zillertal steht hier drin.
00:28:04: Da sind zwei Gläser dabei.
00:28:05: Jetzt könnte man rein theoretisch, die hier sogar reinstellen.
00:28:09: Und könnte sich dann irgendwie unter die Binde kippen,
00:28:12: damit man fröhlich weiterwandert.
00:28:14: Mal ein Schluckchen rein. - Ach!
00:28:16: Mal riechen. - Das find ich aber sehr sympathisch.
00:28:19: Mal riechen, ließ mal riechen.
00:28:20: Mal riechen, das ist doch ... - Eigentlich lohnt es sich.
00:28:23: Manchmal muss man auch spontan sein.
00:28:25: Wir laufen ja noch ein bisschen. - Ja.
00:28:28: Bis wir wieder zurückkommen, ist alles wieder weg.
00:28:30: Wir sind ja auch nur 4°, können wir uns von innen aufwärmen.
00:28:33: Oh!
00:28:35: Der riecht aber lecker. Ist das haselnuss?
00:28:37: Oh, da kenn ich mich nicht mit aus, ehrlich gesagt.
00:28:40: Niermann. - Niermann.
00:28:43: (Sie riecht.)
00:28:44: Pflaume. - Oh!
00:28:47: Hm?
00:28:48: Fast wie haselnuss.
00:28:49: Wir sind ja jetzt hier in der Ruhe.
00:28:51: Mhm.
00:28:52: Roasehoher Knochen unterwegs.
00:28:55: Ähm ...
00:28:56: Haben Sie gestern auch gut geschlafen hier im Hotel?
00:28:59: Ja. - Durch die Ruhe und so?
00:29:01: Ich war gestern 2,5 Stunden unterwegs.
00:29:05: Danach war ich in der Saula.
00:29:07: Ähm ...
00:29:08: Und dann hab ich mir da ein Buch geschnappt
00:29:11: und dann hab ich mich da in diese schöne ...
00:29:13: ähm ...
00:29:14: Kaminecke, wie ich weiß, in den Salon gesetzt,
00:29:17: wo das schöne Klavier da steht.
00:29:19: Oder Flügel ist das, glaub ich, Klavier.
00:29:22: Ach, und dann fällt man schon abends schön Essen.
00:29:25: Dann fällt man schon mit so einer recht schaffenden Müdigkeit ins Bett.
00:29:29: Und ... durchgeschlafen.
00:29:31: (Ruhige Musik)
00:29:32: Gibt es denn eigentlich ...
00:29:38: sagen wir mal ...
00:29:40: auch Kinder, die keine großen Probleme haben?
00:29:44: Mhm.
00:29:45: Aber gibt es so ganz allgemeine Tipps von ihnen als Expertin,
00:29:48: was man Kindern oder den Eltern weitergeben kann,
00:29:51: um einfach noch einen besseren Schlaf zu kriegen?
00:29:54: Ja. - Gibt es ein paar Tipps?
00:29:56: Ja, also, man kann sehr, sehr viel tun,
00:29:59: um eine ...
00:30:00: entwickelungsgerechte und gesunde Schlafentwicklung zu fördern.
00:30:04: In allererster Linie ist das gar nicht mal so sehr altersabhängig,
00:30:07: sondern entwickelungsabhängig.
00:30:09: Wir haben das Kind tagsüber an.
00:30:11: Als Eltern gucken sie sich die Kinder an und schauen,
00:30:14: was die tagsüber können.
00:30:16: Die Kompetenzen, die die haben, können sie auch in der Nacht anwenden.
00:30:20: Ich mach mal ein Beispiel.
00:30:21: Ähm, ich hab ein Kind,
00:30:24: das jetzt ähm ...
00:30:25: zum Beispiel sich schon drehen kann
00:30:28: und zu der Mutter hinschauen kann.
00:30:31: Das ist eine Kompetenz, die ich tagsüber fördern kann,
00:30:34: damit das Kind das automatisiert und lernt.
00:30:37: Wenn ich meine Eltern suche,
00:30:39: dann suche ich nach Bindung.
00:30:41: Dann baue ich Bindung auf.
00:30:43: Das mache ich, indem ich mich drehe, indem ich gucke,
00:30:46: indem ich rufe.
00:30:47: Und das kann schon ein vier, fünf Monate altes Kind ...
00:30:50: kann schon diese, und das ist ja das,
00:30:53: was ich eigentlich so faszinierend finde,
00:30:55: diese eigenen Kompetenzen, die es tagsüber hat,
00:30:58: dann auch in der Nacht anwenden.
00:31:00: Und ist dadurch so sicher,
00:31:03: dass es keine Abhängigkeit hat im Sinn einer Hilflosigkeit.
00:31:09: Und wenn man diese Kompetenzen stärkt, tagsüber,
00:31:12: dann können die Kinder, die automatisieren,
00:31:15: auch in der Nacht abrufen.
00:31:17: Das ist das eine.
00:31:18: Und das andere ist tatsächlich,
00:31:20: dass man sich an dem Kind orientiert,
00:31:23: also Rhythmus einführt, Strukturen einführt,
00:31:27: Rituale einführt.
00:31:29: Dass man aber auch viel draußen ist
00:31:32: mit denen viel Tageslicht haben,
00:31:34: viel an der frischen Luft sind,
00:31:36: sich ihrer Entwicklung entsprechend auch bewegen können.
00:31:40: Gesunde, gute Ernährung, regelmäßige Ernährung,
00:31:44: bindungsstiftende Einschlafrituale,
00:31:48: ganz viel Schutz und Fürsorge bietet.
00:31:52: Also, da gibt es eine ganze Menge,
00:31:54: was man in jeder Entwicklungsstufe des Kindes
00:31:57: weiterentwickeln darf.
00:31:59: Fällt gerade ein, das Thema Handy ist ja nun auch
00:32:02: auf jeden Fall ein Instrument,
00:32:04: was oft ablenkt, würde ich mal sagen.
00:32:07: Ist das süßigerweise gerade eingefahren,
00:32:09: als Sie gesagt haben, viel Sonnenlicht rausgehen.
00:32:12: Das hindert das Handy ja daran.
00:32:13: Wie schätzen Sie das Handy ein?
00:32:16: Fluch oder Segen oder beides?
00:32:17: Fluch. - Okay.
00:32:19: Also, da leg ich mich fest, klarer Fluch.
00:32:21: Jetzt mal auf der Seite der Eltern,
00:32:24: die haben ja Zugang zu Informationen,
00:32:26: die sie wahnsinnig verunsichern oder verängstigen.
00:32:29: Aus Sicht der Kinder ist es so,
00:32:31: dass, wenn das Gerät, sage ich mal, permanent dabei ist.
00:32:37: Ich weiß nicht, ob sie Push-Nachrichten kriegen.
00:32:40: Da kriegen sie eine Push-Nachricht,
00:32:42: dann kommt Bingz bei WhatsApp,
00:32:44: dann kommen ja überall permanent Ablenkungen rein.
00:32:48: Und dann gucken sie auch auf das Handy.
00:32:51: Also, da kommt eine Nachricht.
00:32:53: Sie sind mit dem Kind am Spielen in der Interaktion,
00:32:56: dann kommt die Nachricht und dann zieht man die Aufmerksamkeit ab.
00:33:00: Und Kinder haben eine ganz natürliche Entwicklung,
00:33:04: spätestens ab dem 7./8. Monat.
00:33:06: Das nennt man Joint Attention.
00:33:08: Also, die gemeinsame Aufmerksamkeit auf etwas richten.
00:33:13: Und das brauchen die, um sich zu orientieren.
00:33:15: Und wenn dann so unvermittelt, unberechenbar
00:33:18: die Kommunikation unterbricht
00:33:21: und die Aufmerksamkeit woanders hingeht,
00:33:23: dann richtet sich A) die Aufmerksamkeit des Kindes automatisch dahin,
00:33:27: wo unsere Augen hingehen.
00:33:29: Und gleichzeitig ist es eine unberechenbare Kontaktabbruch
00:33:32: für das Kind und das Stress, die Kinder, wahnsinnig.
00:33:35: (Ruhige Musik)
00:33:37: Wenn Sie so viel Erfahrung mit Babys und Kindern gesammelt haben,
00:33:42: das sind ja kleine Menschen, wie sieht denn das aus?
00:33:45: Dann gibt's wahrscheinlich auch mal die eine oder andere Anfrage
00:33:48: von Erwachsenen, die fronieren an Fragen,
00:33:50: wie kann ich jetzt besser schlafen?
00:33:53: Grenzen Sie das auch oder grenzen Sie das ab?
00:33:55: Ach, ich grenz es ab.
00:33:56: Ich mein, natürlich, in meinem privaten Umfeld kann ich da gerne helfen.
00:34:00: Mir liegen halt die Babys.
00:34:01: Die Babys sind einfach mein Thema.
00:34:03: Ich könnte auch ältere Kinder behandeln oder auch Erwachsene.
00:34:07: Aber meine Expertise ist einfach bei den Säuglingen und kleinen Kindern.
00:34:11: Aber trotzdem kann man auch den Erwachsenen helfen.
00:34:14: Im Grunde genommen ist das nicht so sehr weit weg von dem,
00:34:18: was die Babys auch beeinflussen kann,
00:34:20: wenn der Schlaf schlecht ist.
00:34:22: Ich sag immer, Schlafprobleme sind Tagprobleme,
00:34:25: ob groß oder klein.
00:34:27: Schlafprobleme sind Tagprobleme.
00:34:29: Das heißt, dass am Tag passiert, nämlich mit in den Schlaf.
00:34:33: Wir schlafen ja abends und nachts ab, was wir tagsüber erlebt haben.
00:34:38: Und wenn ich einen unregelmäßigen Rhythmus,
00:34:41: das kann ich jetzt beim Erwachsenen genauso sagen,
00:34:44: in der Ernährung habe, dann kann ich auch Schlafprobleme davon kriegen.
00:34:48: Wenn ich jetzt sagen, mal in den Drogeriemarkt gehe
00:34:51: oder in die Apotheke, geht Ihnen wahrscheinlich auch so,
00:34:54: ohne dass man es will.
00:34:56: Überall gibt es Mittel, um besser ein- oder durchschlafen zu können.
00:34:59: Weil, habe ich den Eindruck.
00:35:01: Gibt es von Ihnen ein paar Tipps, was man abends machen kann,
00:35:04: wenn man nicht so gut einschlafen kann?
00:35:06: Ja, runterfahren. Hört sich jetzt so einfach an.
00:35:09: Aber tatsächlich, sich ganz bewusst die Zeit zu nehmen
00:35:12: und zu sagen, die letzten zwei Stunden, bevor ich ins Bett gehe,
00:35:16: befasse ich mich nicht mehr mit meinen E-Mails, mit meinem Handy,
00:35:19: mit irgendwelchen Problemen.
00:35:21: Die kann ich mal parken bis morgen.
00:35:23: Und dann kann ich natürlich, ich kann einen Entspannungsbad nehmen,
00:35:27: ich würde einen Spaziergang empfehlen.
00:35:29: Alles das zu tun, was einem Freude macht
00:35:34: und von den Eithochssorgen auch ein bisschen ablenken.
00:35:39: Heutzutage fragen wahrscheinlich viele frisch gewordene Eltern,
00:35:43: sich auch im Internet oder in Foren befragen sich dort nach Rat.
00:35:47: Jetzt mal ganz kette, aber auch ernst gemeint,
00:35:50: können denn die digitalen Kanäle und demnächst,
00:35:53: vielleicht haben Sie uns schon kurz angesprochen, KI,
00:35:56: können die Ihre Arbeit demnächst abnehmen?
00:35:58: Nein. Nein.
00:36:01: Weil ich arbeite mit dem, was künstliche Intelligenz nicht kann.
00:36:11: Ich arbeite mit Einfühlungsvermögen, mit Empathie,
00:36:16: mit der ganzen Erfahrung und dem Wissen aus der alten Zeit,
00:36:21: das ja immer noch Bestand hat, auch wenn man es digital nicht findet.
00:36:25: Und ich gucke mir ja jedes Kind immer persönlich an.
00:36:30: Wie beurteilen Sie denn jetzt als Fachexpertin
00:36:34: die Mega-Millionen Informationen, die da durchs Internet gehen?
00:36:39: Das sind ja mit Sicherheit, Erfahrungsberichte,
00:36:42: aber auch Experten dabei, die sagen gute Sachen.
00:36:45: Aber das kann auch in eine andere Richtung gehen.
00:36:48: Und vor allem ist es wahrscheinlich nie so richtig individuell
00:36:51: auf die Situation bezogen, oder?
00:36:53: Ja, und es ist ja immer so, das geschriebene Wort
00:36:56: braucht ja auch immer noch das persönliche und den Kontext.
00:37:00: Und was einer sagt und der andere meint,
00:37:02: das sind immer ganz unterschiedliche Dinge.
00:37:04: Also wenn da jemand sagt, Hilfe beim Kind,
00:37:07: muss ich jede Nacht in den Schlaf tragen,
00:37:09: dann sagt das ja gar nichts über das aus, was da wirklich passiert.
00:37:13: Und dann kommen die ein und sagen, ja, musst du weitermachen,
00:37:16: du bist eine gute Mutter.
00:37:18: Und die anderen sagen, das darfst du gar nicht machen,
00:37:21: du verwöhntest dein Kind.
00:37:22: Und schon stehen die Eltern da, was denn jetzt?
00:37:25: Also ich kann allen Eltern nur empfehlen,
00:37:29: sich Hilfe zu holen bei Menschen, die sich auch das Kind mal angucken.
00:37:33: Gibt es denn, ich sag mal, seriöse oder zumindest von ihrer Seite
00:37:38: aus zu empfehlende Internetseiten oder vorhin, wie zum Beispiel Eltern.de?
00:37:42: Ich muss sagen, wenn man so Erstinformationen haben will
00:37:45: auf diese Art und Weise, die würden Sie von ihrer Seite aus
00:37:48: durchaus empfehlen oder mit grünem Haken versehen?
00:37:51: Also man kann alle Informationen von der Homepage,
00:37:55: der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung,
00:37:59: uneingeschränkt, erst mal ein bisschen mehr.
00:38:02: Erst mal als fundiert und studienbasiert verstehen.
00:38:09: Da haben wir ja auch ganz tolle Einrichtungen,
00:38:11: zum Beispiel das Zentrum für früherhelfen, ganz hervorragend.
00:38:17: (Ruhige Musik)
00:38:18: Ihre Tochter, Lin, heißt sie, glaub ich, mit Y-Anhalt bei Geschehen.
00:38:24: Ja, Y-Anhalt, genau.
00:38:26: Also das Schrei-Baby von damals, die ist ja, glaub ich,
00:38:29: auch in ihr Team jetzt eingebunden.
00:38:32: Die ist nicht komplett alleine und die kümmert sich bei Ihnen
00:38:35: um Social Media.
00:38:36: Wie wichtig ist Social Media oder die digitalen Plattform grundsätzlich?
00:38:40: Wie wichtig ist das bei Ihnen?
00:38:42: Ich öffne mich ja auch gerne diesen neuen Medien,
00:38:45: weil ich find's auch wichtig, dass man ja auch gesehen und gehört wird.
00:38:49: Auf der anderen Seite brauche ich das nicht,
00:38:54: weil ich ja wirklich Überempfehlungen meine Kunden kriege.
00:38:58: Aber doch ist es wichtig, dass die Generationen,
00:39:01: ich bin ja nun auch schon 30, 35 Jahre älter als Mütter,
00:39:05: die jetzt ihre Babys bekommen.
00:39:07: Da muss man auch ein Stück mit der Zeit gehen
00:39:09: und sich solchen Themen öffnen.
00:39:11: Das mache ich auch gerne.
00:39:13: Wird das dann auch relativ regelbenutzt?
00:39:15: Ich kann mir vorstellen, dass nicht nur eine Mail oder ein Posting
00:39:19: von Ihnen und vor allem Meldung von den Eltern kommen pro Woche,
00:39:22: sondern da kommt deutlich mehr.
00:39:24: Wobei, ich hab jetzt gelernt, ich hab ja ...
00:39:27: Das ist gar nicht wie für Follower 2000 oder so.
00:39:29: Aber mein Traffic ist hervorragend, hat man mir gesagt.
00:39:32: Weil ich im Verhältnis von denen, die sich das angucken
00:39:37: und dann auch irgendwie liken, teilen,
00:39:39: in dem Verhältnis sehr, sehr gut bin.
00:39:42: Es gibt dann andere Profile, die haben deutlich mehr Follower,
00:39:46: 20, 30, 40.000, aber dann bei Ihrem Posts keine oder nur ein Like.
00:39:50: Und wenn ich jetzt mal sehe, wie das bei mir ist,
00:39:53: bei 2000 Follower, 50 Likes und gespeicherte Beiträge,
00:39:57: das ist schon ganz gut.
00:39:59: Von jemandem. Ich hab noch mal eine ganz andere Thematik.
00:40:02: Wenn wir mal so ein bisschen in die Historie der Erziehung,
00:40:05: gibt es noch eine Art Orientierung nach oben.
00:40:09: Also in der eigenen Familie, das heißt, die erziehenden Eltern
00:40:13: holen die sich Tipps von Mama und Papa,
00:40:16: von Opa und Oma und solche Geschichten.
00:40:18: Oder läuft das tatsächlich eher bei Internet und Freunde?
00:40:21: Ja, also da hab ich festgestellt,
00:40:23: dass da tatsächlich ein Generationsabbruch stattgefunden hat.
00:40:27: Also diese Orientierung nach oben in die ältere Generation
00:40:32: findet heute teilweise auch bewusst nicht mehr so statt.
00:40:35: Also viele Eltern nennen sich dann auch sogenannte Cyclebreaker,
00:40:39: die ganz bewusst alles anders machen wollen,
00:40:43: aber auch alles anders machen wollen.
00:40:46: Und nicht so sich nach oben orientieren.
00:40:51: Sie haben gerade das Stichwort Cyclebreaker genannt.
00:40:54: Das heißt, das sind junge Eltern oder Menschen in dem Fall,
00:40:58: die Muster aus der Vergangenheit bewusst durchbrechen und sagen,
00:41:01: ich mach's jetzt ganz anders.
00:41:03: Klären Sie es mir noch mal bitte.
00:41:05: Also einmal liegt es natürlich daran,
00:41:07: dass die Eltern auch Informationen haben,
00:41:10: um Dinge in Frage zu stellen.
00:41:11: Bei uns war das nicht so, bei uns haben alle das gleich gemacht.
00:41:15: Da gab es ein paar Ausnahmen, aber wir haben untereinander,
00:41:18: dass wir die Generation davor nicht hatten.
00:41:21: Und möchten das einfach für ihre Kinder besser machen.
00:41:24: Das ist auch vollkommen in Ordnung.
00:41:26: Die meisten Eltern wünschen sich nur das Beste für ihre Kinder.
00:41:29: Dann gibt es aber auch eine sehr große Offenheit für eigene Themen
00:41:34: in Bezug auf die Eltern.
00:41:36: Wie bin ich groß geworden?
00:41:38: Wie bin ich erzogen worden?
00:41:39: Die Eltern reflektieren schon deutlich mehr heutzutage,
00:41:43: als wir das früher gemacht haben.
00:41:45: Und das ist natürlich auch eine große Chance.
00:41:48: Um mal zu gucken, wie ist mein eigenes Bindungsverhältnis gewesen?
00:41:51: Zu meinen Eltern habe ich da vielleicht nach irgendwelchen Baustellen.
00:41:55: Im günstigsten Fall macht man das, bevor man ein Kind kriegt.
00:41:58: Sich mal mit seinen eigenen Bindungsmussern auseinanderzusetzen.
00:42:02: Oder habe ich vielleicht sogar in der Kindheit-Trauma erlebt,
00:42:06: was mich heute im Beziehung zu meinem Kind noch belastet.
00:42:11: Also, dieses Delser Begriff ist gar nicht nur negativ besetzt.
00:42:15: Der bietet natürlich auch Chancen,
00:42:19: relativ unbelastet von seiner eigenen Vergangenheit,
00:42:24: in diese Rolle der Eltern werden reinzugehen.
00:42:28: Ich finde das auch relativ spannend, muss ich sagen.
00:42:31: Sagen Sie mir noch mal, was kann man Eltern,
00:42:33: frisch gewordenen Eltern mitgeben,
00:42:35: dass die sich vielleicht auch ganz offen trauen,
00:42:38: einfach alles so zu machen, wie sie es jetzt erst mal für richtig halten?
00:42:42: Also, wie ist da Ihre Sichtweise dazu?
00:42:44: Von vornherein bewusst zu werden,
00:42:46: das wird jetzt erst mal kein Zuckerschlecken
00:42:49: die nächsten Wochen und Monate.
00:42:51: Wir wissen das.
00:42:52: Und unser Baby wird ganz viel Unterstützung brauchen
00:42:55: von uns als Eltern.
00:42:57: Und wirklich auch nicht zu früh den Schlaf wegdelegieren an.
00:43:03: Ich nenn es mal immer etwas despektierlich Schlafroboter.
00:43:08: Also an irgendwelche Geräte, die die Kinder in den Schlaf ...
00:43:11: Ich weiß, es ist verführerisch.
00:43:13: Viele Eltern sagen, boah, das hat mir echt gerettet.
00:43:16: Aber so ein Baby in den Schlaf zu begleiten,
00:43:20: gerade wenn es ein Säugling ist,
00:43:22: das macht ja auch mit den Eltern was im Sinne von Kompetenz zu erlangen.
00:43:26: Also selber erst mal zu lernen, was braucht das Baby?
00:43:30: Also sich auch die Zeit zu lassen, dass man vielleicht mal was falsch macht.
00:43:34: Dass das Kind ganz viel Nähe braucht am Anfang,
00:43:36: das wird sich dann später auch wieder lösen.
00:43:39: Und es wird auch alles einfacher.
00:43:41: Und wir wissen, es wird anstrengend.
00:43:44: Sie haben ja eine wirklich unglaubliche Anzahl
00:43:46: in Aus- und Weiterbildung absolviert.
00:43:49: Welche dieser Qualifikationen hat Ihre Arbeit so retrospektiv
00:43:53: am meisten beeinflusst?
00:43:55: Am meisten beeinflusst hat mich eindeutig die Entwicklungspsychologie.
00:43:58: Also das, was wir an wahnsinnig vielen Studien haben
00:44:03: und Forschung haben an dem jungen Säugling,
00:44:05: wie kompetent der ist, wie der das ausdrückt.
00:44:08: Und das ist das, was wir uns in der Zeit haben,
00:44:10: um die körperliche Lernkörpersprache zu lernen,
00:44:13: das Baby zu verstehen.
00:44:15: Das war sehr, sehr eindrücklich, dass es eben nicht so unbeschriebene
00:44:18: Blätter sind, sondern dass die tatsächlich auf die Welt kommen
00:44:22: und schon ein Skript haben von dem, was sie erwarten dürfen.
00:44:26: Also Entwicklungspsychologie, aber auch ganz viel Schlafbiologie,
00:44:30: Schlafmedizin.
00:44:31: Also Schlaf ist sehr viel weniger emotional, als die Eltern das denken.
00:44:35: Und dann habe ich noch eine Matemeo-Ausbildung gemacht.
00:44:39: Matemeo ist eine Methode, die gibt es schon seit über 50 Jahren.
00:44:44: Und das ist die Methode, wo man über eine Videodiagnostik
00:44:50: die Kompetenzen der Kinder sucht.
00:44:52: Jetzt haben Sie einige Einflüsse am Anfang des Podcasts schon erzählt,
00:44:56: gerade eben in der Antwort.
00:44:57: Spielen denn auch Erkenntnis aus der Traumapädagogik
00:45:01: oder der Neurobiologie?
00:45:03: Hatte ich mir im Vorfeld noch mal überlegt,
00:45:05: im Schlafgotschinken eine Rolle übernehmen?
00:45:07: Absolut, das ist mein oberstes Gebot.
00:45:09: Ich habe ganz feste Kriterien anhand derer, ich beurteile,
00:45:13: ist das, was da jetzt passiert, in irgendeiner Art und Weise traumatisieren.
00:45:17: Die gibt es, die Kriterien. - Das muss man gleich abgrenzen.
00:45:20: Ich gucke mir das an, ich habe diese Kriterien natürlich inhaliert.
00:45:24: Ganz, ganz wichtig aus Sicht des Kindes ist das, was wir da machen.
00:45:28: Fördert das unsere Beziehung oder schädigt es?
00:45:32: Ja.
00:45:33: Wir laufen jetzt hier schon wieder langsam Richtung Bergotel.
00:45:37: Ich würde gerne noch mal eine Sache aufs Tablett bringen.
00:45:41: Fand ich auch sehr schön.
00:45:43: Das war ja dieser Babyflüsterer, haben wir es genannt.
00:45:46: Sie haben gesagt, Sie gucken den Babys in die Augen
00:45:49: und wissen, wie die sich fühlen.
00:45:51: Jetzt bleiben wir mal stehen, gucken Sie mir bitte in die Augen.
00:45:54: Ganz ehrlich, was kommt da bei Ihnen an?
00:45:57: Wenn ich Ihnen in die Augen gucke,
00:45:59: sehe ich auf jeden Fall ein Strahlen.
00:46:02: Man sieht das ja auch an der Art und Weise,
00:46:05: wie Sie die Augen geöffnet haben.
00:46:08: Sie haben hier gerade so eine Skepsisfalte.
00:46:11: Diese Skepsisfalte zeigt mir, das ist Neugier und Interesse.
00:46:16: Das haben die Babys auch.
00:46:17: Ups, was ist denn das? Das ist die Skepsisfalte.
00:46:20: Und natürlich haben Sie dieses authentische Strahlen.
00:46:28: Sie haben mir erzählt vor Gespräch,
00:46:31: dass Sie mehr oder weniger fast schon übermorgen
00:46:33: nicht ganz Richtung Holland fahren.
00:46:36: Ich glaub, Sie möchten dort extra ein paar Wochen bleiben,
00:46:39: um ein Buch zu schreiben.
00:46:41: Das finde ich ja richtig spannend. Was geht denn da ab?
00:46:44: Ich mach's jetzt.
00:46:45: Ich hör ja schon seit Jahren,
00:46:47: du musst unbedingt mal ein Buch darüber schreiben.
00:46:50: Ich hab mich immer gestreut und gesagt,
00:46:52: so ein Buch, das kann noch nie alles erfassen.
00:46:54: Aber ich hab jetzt Folgendes gemacht.
00:46:57: Ich hab jetzt einen Eltern.
00:46:59: Und ich analysiere jeden Fall, was war da der ausschlaggebende Punkt.
00:47:03: Und ich hab aus diesem Buch können Eltern
00:47:06: unendlich viel lernen, wie sie ihr Problem lösen können.
00:47:12: Also ich gebe mir natürlich auch so ein paar Musterlösungen vor.
00:47:15: Es sind noch echte Fälle drin, wie wir die bearbeitet haben.
00:47:19: Und vor allen Dingen, was ich da noch sehr, sehr viel mehr beschreibe,
00:47:23: im Zusammenhang mit Schlaf ist,
00:47:26: dass wir da einen Menschen haben mit einer Seele.
00:47:29: Und dass wir vorsichtig sein müssen in der Arbeit.
00:47:33: Also dann wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute
00:47:36: für diese Arbeit mit dem Buch.
00:47:38: Ich weiß nicht aus eigener, aber von Freunden,
00:47:41: ist der Erfahrung mit Freunden,
00:47:43: dass so ein Buch wirklich viel Arbeit auch ist.
00:47:46: Aber das ist dann ein weiteres eigenes Baby,
00:47:49: was Sie sich anschaffen. - Absolut.
00:47:51: Da freu ich mich jetzt auch.
00:47:52: Und jetzt gönn ich mir das auch wirklich mal.
00:47:55: In den letzten Jahren gönn ich mir das mal,
00:47:57: mir was Gutes zu tun und dieses Buch zu schreiben.
00:48:00: Was für eine gute Dramaturgie haben wir gut getimt für beide?
00:48:04: Sehr schön. - Prima.
00:48:05: Seit einer Minute sind wir wieder auf dem Hotelegenden Gelände.
00:48:09: Dann sind wir jetzt gleich wieder in der Gaststube.
00:48:11: Und dann würde ich jetzt mal gleich auf den Stopp-Knopf drücken.
00:48:15: Jawohl. - Und dann würde ich Sie gerne noch einladen.
00:48:18: Guck mal, auf die Uhrzeit, das passt.
00:48:20: Können wir eine belgische Waffel essen mit 30-40 Minuten?
00:48:24: Trinken Sie einen Kaffee dazu? - Gerne.
00:48:26: (Ruhige Gitarrenmusik)
00:48:28: Das war der Podcast "Walk and Talk".
00:48:38: Begegnungen am Berghotel, hoher Knochen.
00:48:40: Vielen Dank für's Zuhören.
00:48:42: Und bis bald zu einer erholsamen Auszeit bei uns im schönen Sauerland.
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