Der Sauerland „Wetter-Gott“, präzise Vorhersagen sind sein Ding: Meinolf Pape

Shownotes

Shownotes:

https://www.berghotel-hoher-knochen.de

Wetter Sauerland (Die Webseite von Meinolf Pape):

http://www.wetter-sauerland.de

Moderation:

Thorsten Hup (Journalist)

Schnitt und Bearbeitung:

Tonstudio Moritz Maier

https://moritzmaier.net

Aufgenommen mit Track E´s von Tentacle Sync

https://tentaclesync.com

Sprecher Intro & Outro: Sven Weikam https://weikam-medien.de

Transkript anzeigen

00:00:00: * Musik *

00:00:02: "Walk and Talk", Begegnungen am Berghotel Hoher Knochen.

00:00:06: Richtig spannend finde ich unseren heutigen Walk and Talk-Gast

00:00:14: hier auf dem Hohen Knochen.

00:00:16: Er ist für mich der Sauerländer-Wetter-Gott.

00:00:19: Ich bin gespannt, was er selbst gleich dazu sagen wird.

00:00:23: Meinolf Papel geht mit mir auf eine Wanderung.

00:00:27: Er ist Sauerländer durch und durch

00:00:29: und Chef des bekannten Wetterportals "Wetter Sauerland".

00:00:33: In himmlischer Ruhe und in wunderbarer Lage am Berghotel Hoher Knochen

00:00:38: geht's jetzt auch gleich los.

00:00:40: Ich freue mich wirklich sehr über Ihren Besuch hier auf dem Hohen Knochen.

00:00:47: Ich begrüße ein echtes Sauerland-Urgestein

00:00:51: und auch den Wetterexperten schlechthin hier.

00:00:54: Herr Papel, herzlich willkommen zu "Walk and Talk".

00:00:57: Danke, gerne.

00:00:58: Sind Sie bereit zum Start? - Ja, auf jeden Fall.

00:01:01: Dann gehen wir jetzt ein bisschen spazieren

00:01:03: durch die Sauerländer Natur. - Jawohl.

00:01:06: Da sind Sie, glaub ich, auch Experte.

00:01:08: Gucken wir mal, was wir rauskommen.

00:01:10: Wir sind jetzt noch im Berghotel Hoher Knochen im, ich sag immer, Salon.

00:01:14: Ich weiß gar nicht, ob das die richtige Bezeichnung ist.

00:01:17: Ich fühle mich hier in diesem Raum total wohl,

00:01:20: weil ich immer denke, hier ist die Zeit im positivsten Sinne

00:01:23: von dem Jahrhundert. Mögen Sie sowas auch?

00:01:25: Doch, das Haus hat Flair, das wissen wir ja hier in der Region.

00:01:29: Das hat einfach das gewisse Etwas.

00:01:31: Dann gehen wir jetzt mal am Flügel vorbei,

00:01:33: starten mal "Walk and Talk" im Hotel.

00:01:35: So, wir gehen mal eine Runde walken. - Viel Spaß.

00:01:38: Bis später.

00:01:39: Ab durch die schöne Holztür.

00:01:43: So, jetzt muss ich als Rohrgebietler noch mal sagen,

00:01:48: ich bin immer wieder geflasht von der Luft,

00:01:51: von dieser wunderbaren Luft.

00:01:53: Man kann die auch riechen, diese gute Luft.

00:01:55: Jetzt kennen Sie die ja seit einigen Jahren, seit fast 70 Jahren.

00:01:59: Ist das für Sie auch noch was Besonderes?

00:02:01: Ähm, ja gut, man nimmt das ja jeden Tag so auf,

00:02:05: aber sagen wir mal, alles drumherum, und da gehört eben die Luft auch zu.

00:02:09: Das ist für mich als Geograph sowieso,

00:02:12: der sich für die Landschaft, Natur interessiert.

00:02:15: Immer wieder beglückend, ja, auf jeden Fall.

00:02:19: Wenn wir hier direkt vor der Eingangstür auf die große Wiese schauen,

00:02:23: im Sommer ist das sehr schön, wenn man sich hier zum Kaffee hinsetzen kann,

00:02:27: dann sehen wir neben dem kleinen Teich auch eine Wetterstation.

00:02:30: Das haben Sie mir gerade schon ganz kurz verraten.

00:02:33: Das ist eine von wie vielen Wetterstationen, die Sie betreiben?

00:02:36: 85. - Das ist krass, das ist krass viel.

00:02:39: Da ist viel, das ist Sauerland, da gehört Wittchenstein zu.

00:02:42: Man kann sagen, Südwestfalen geht teilweise ein bisschen in den Westerwald rein.

00:02:47: Die Funktion, die funken permanent alle fünf Minuten die Wetterdaten.

00:02:52: Stellen Sie online das Internet auf einer Webseite,

00:02:55: oder auch da, wo man sehen haben will.

00:02:57: Und damit haben wir ein umfangreiches Bild des Wetters

00:03:01: und damit auch längerfristiges Klimas hier in der Region.

00:03:05: Man hört, hier laufen durch die raschelnden Blätter

00:03:08: und stehen vor einer dieser 85 Wetterstationen.

00:03:11: Wir sind jetzt in Westfeld, oben auf dem Berg.

00:03:14: Wenn man genau hinhört, hat man auch so einen Tackern.

00:03:17: Das ist der Lüfter, der belüftet den Niederschlag,

00:03:20: nicht der Niederschlag, sondern den Temperatursensor.

00:03:23: Ja, und kühlt den quasi.

00:03:26: Okay, jetzt werden Sie gleich sagen, was erzählt der Vermischt?

00:03:29: Für mich sieht das so aus, große Eisenstange,

00:03:32: da steht ein umgedrehter Blumentopf drauf.

00:03:34: Hier vorne ist ein Melder von Alarmalagen,

00:03:37: ist natürlich was ganz anderes.

00:03:39: Ja, genau.

00:03:40: Also, der Blumentopf, das ist der Regentrichter.

00:03:42: Der fängt also den Niederschlag auf, oben sind noch ein paar Stäbe.

00:03:46: Da sollen sich keine Vögel draufsetzen,

00:03:48: das heißt, das ist ein Hindernis.

00:03:50: Und darunter ist ein weißer Körper,

00:03:52: der Belüftung der Temperatur, die hier gemessen wird.

00:03:55: Also, Niederschlagtemperatur, haben wir einmal.

00:03:58: Wenn wir mal hochschauen, haben wir noch nicht drüber geredet,

00:04:01: da oben ist noch etwas, was sich dreht.

00:04:03: Hier oben wird natürlich auch der Wind,

00:04:06: die Windgeschwindigkeit, Windrichtung gemessen.

00:04:08: Hier sitzt in dem weißen Teil, da sitzt die Technik drin,

00:04:11: da ist die ganze funktioniert Energie-Outtag.

00:04:14: Das heißt, hier haben wir ein kleines Solarfeld,

00:04:17: das also die Energie erzeugt.

00:04:18: Und das Ganze funktioniert mit der Datenübertragung,

00:04:21: so, dass die nicht jeden Tag hier hinfahren müssen,

00:04:24: sondern alles über WLAN, über Internet?

00:04:26: Früher war das so, also, das sogenannte Logger,

00:04:28: das heißt, die haben das ganze gespeicherte Geschichte.

00:04:31: Da muss man wirklich mit dem Laptop hinfahren

00:04:33: und muss die Daten auslesen.

00:04:35: Jetzt ist das so, per Funk wird das in das Hotel übertragen,

00:04:38: und das wird dann mit WLAN über den Router ins Internet rein.

00:04:41: Was kostet von einer Anlage, einer Messstatt?

00:04:44: Sie kostet knapp 2.000 Euro.

00:04:46: (Ruhige Musik)

00:04:47: Dann starten wir unsere Wanderung.

00:04:51: Ich hab gestern Abend überlegt, als ich mich vorbereitet habe,

00:04:55: wären Sie eigentlich auch der Wettergott genannt?

00:04:57: Ach, das muss man sich dann schon mal so anhören.

00:05:00: (Lachen)

00:05:01: Weil wir sind ja nun relativ präsent.

00:05:05: Es ist ja nun mal so,

00:05:07: dass so die staatlichen Wetterdienst oder der Deutsche Wetterdienst

00:05:11: zieht sich eigentlich immer ein bisschen mehr aus der Fläche zurück.

00:05:14: Das heißt also, es gibt ja die Wetterstationen auf dem Karl-Nasten,

00:05:18: die ziemlich bekannt ist. - Ja.

00:05:20: Die ist mittlerweile unbenannt, bemannt, Entschuldigung.

00:05:23: Das heißt also, da gibt's niemand mehr, die ist automatisiert.

00:05:26: Nach über 100 Jahren hat man das Personal abgezogen.

00:05:29: Moment, da saßen es vorher noch Leute, wie in einem Leuchtturm.

00:05:32: Ja, genau, also bis 2015

00:05:35: holt diese Station, ja, ich sag mal,

00:05:39: eben durch einen sogenannten Wetterbeobachter bestückt,

00:05:42: der im Schichtdienst dort tätig war.

00:05:45: Und der also die Daten entsprechend dann ausgewertet weitergeleitet hat.

00:05:51: Und das ist jetzt weggefallen.

00:05:53: Und damit werden wir immer mehr Ansprechpartner

00:05:56: für Wetter im Sauerland.

00:05:59: (Lockere Musik)

00:06:01: So, wir gehen jetzt in die Originalspazierwege.

00:06:05: Das hört man gleich auch ein bisschen.

00:06:07: Und haben uns ja, wie gesagt, entschlossen,

00:06:09: den Hotel-Wanderweg heute mal uns vorzunehmen.

00:06:12: Ungefähr eine Stunde, je nachdem, wie gut wir vorankommen.

00:06:15: Wir haben am Mittwoch zuletzt per Mail geschrieben,

00:06:18: um den Termin zu vereinbaren.

00:06:20: Da hab ich natürlich gefragt, wie wird denn das Wetter heute?

00:06:23: Sie haben recht gehabt.

00:06:24: Also, wir haben eine Wetterlage, das ist typisch für den Herbst auch.

00:06:28: Wo?

00:06:30: Man wirklich nicht genau, was passiert letztlich, Hochdrucklage.

00:06:34: Das hat etwas zu tun mit den längerwärmenden Nächten,

00:06:38: mit den langen Nächten, mit der Feuchtigkeit,

00:06:40: die sich in der Nacht letztendlich dann bildet.

00:06:42: Und die Sonne hat einen flacheren Verlauf.

00:06:45: Das heißt, die hat nicht mehr die Kraft,

00:06:47: die Feuchtigkeit zu verdunsten.

00:06:49: Und das ist also der Grund.

00:06:51: Und ja, deswegen laufen wir jetzt ein bisschen im Hochnebel rum.

00:06:55: Aber so richtige Nebellagen haben einen mystischen Faktor.

00:07:01: Den kann man hier oben auch auf dem hohen Knochen erleben,

00:07:05: wenn die Berge wirklich in Wolken sind.

00:07:07: Und man läuft so durch den dichten Nebel.

00:07:10: Mystisch.

00:07:11: Ich find das richtig klasse.

00:07:12: Danke, dass Sie das erwähnt haben,

00:07:15: als wir angekommen sind von ein paar Tagen.

00:07:17: War das auch so, dass es ein kleines bisschen Nebel im Tal unten gab?

00:07:21: Ich hab zu den Kindern gesagt,

00:07:23: ich würde so gerne mal durch diesen Bergnebel laufen.

00:07:26: Heute haben wir relativ viel.

00:07:27: Wir laufen aber noch nicht durch auf unserem Spazierweg,

00:07:31: wohin müsste man denn, um durch diesen Nebel zu laufen?

00:07:34: Also, ich glaube, wenn wir jetzt den Fahrt hochgehen würden

00:07:38: auf den obersten Sporen hier des hohen Knochens,

00:07:41: dann würden wir fast reinlaufen in den wirklichen dichten Nebel.

00:07:46: Auch auf dem karlen Asten, ich hab das eben mal gesehen,

00:07:50: läuft man quasi in die Wolken rein.

00:07:52: Was ist Nebel meteorologisch oder vom Fachmann erklärt?

00:07:56: Gut, dass es letztendlich eine hohe Luftfeuchtigkeit,

00:07:59: die runtergekommen ist, eine Art Bewölkung,

00:08:02: die entsprechend bei solchen Wetterlagen auftritt,

00:08:06: gerade bei Hochdruckwetterlagen.

00:08:08: Am bekanntesten sind einfach diese Talnebel,

00:08:11: die man morgens hat, in den Tälern.

00:08:13: Und das ist eben auch eine wunderbare Situation,

00:08:17: gerade im Herbst, wenn man jetzt von den Bergen

00:08:20: auf die Talnebel schaut.

00:08:22: Das haben wir ganz häufig, hatten wir auch diese Woche schon.

00:08:26: Und dann kommt eben tagsüber der Nebel hoch, sagen wir.

00:08:30: Das heißt, aus den Tälern zieht er bis oben auf die Höhen drauf.

00:08:34: Und das ist heute Nacht, bzw. in der letzten Nacht,

00:08:37: auch wieder passiert.

00:08:39: Jetzt ist das Thema Wettervorhersage

00:08:41: ja ein unglaublich spannendes Thema für fast jeder Mann,

00:08:44: nicht nur, wenn die Tagesschau die aktuellen Nachrichten bringt.

00:08:48: Stammtisch-Thema ist ja, man fliegt auf der einen Seite zum Mond,

00:08:51: mit all den Details, die dazugehören.

00:08:54: Richtig genau kann man Wetter immer noch nicht vorher sagen.

00:08:57: Was sagen Sie dazu?

00:08:58: Das stimmt, weil Wetter ist ja nichts anderes als ein physikalisches System.

00:09:04: Ist ein teils chaotisches System.

00:09:09: Das heißt, es gibt keine Regeln über den Ablauf.

00:09:12: Und Wetter hat sehr viele Einflussfaktoren,

00:09:16: die also, ich sag mal, urplötzlich eintreten,

00:09:20: ich sag mal, von der Seite ticken an das System.

00:09:24: Und dann läuft das eben nicht mehr gerade aus,

00:09:27: sondern es läuft nach links oder rechts.

00:09:29: Es hat viele mögliche Einflussfaktoren.

00:09:33: Und das hat also nichts zu tun mit dem großen Thema Klimawandel

00:09:39: und Klimaerwärmung oder auch Klimakrise, wie es schon genannt wird.

00:09:43: Sondern das ist also ein typisches Phänomen,

00:09:48: das ist einfach dieses komplexes Wetter.

00:09:52: Ist es so, dass auch in der Wettervorhersage

00:09:56: der Fortschritt immer stärker wird?

00:09:58: Kann man heute das Wetter viel besser als noch vor zehn Jahren?

00:10:02: Auf jeden Fall.

00:10:03: Wer als etwas älterer die Tagesschauern aus den 70er, 80er-Jahren kennt,

00:10:08: wo man teilweise die Wetterkarten noch per Hand gemalt hat,

00:10:12: über die Luftdrucklinien,

00:10:15: Luftdruck steuerte das Wetter.

00:10:17: Dann muss man sagen, dann sieht das heute ganz anders aus.

00:10:22: Heute hängen riesige Computer dazwischen,

00:10:26: die viele, viele Messdaten aufnehmen.

00:10:29: Und alle sechs bis acht Stunden rechnen die neue Modelle.

00:10:34: Da ist das, was auf dem Handy auch findet.

00:10:36: Jetzt sind Sie der Experte für Sauerlandwetter.

00:10:40: Auch mit Ihrem eigenen Portal.

00:10:43: Wetter Saorland, da kommen wir später noch mal dazu.

00:10:46: Wetter ist ja nicht Wetter.

00:10:48: Ist das Vorhersagen vom Saorlandwetter

00:10:51: eigentlich schwieriger als in anderen Gebieten in Deutschland?

00:10:55: Wir waren es in Deutschland gut.

00:10:57: Da muss man unterscheiden zwischen Flachland,

00:11:00: zum Beispiel auf Küstenbereiche, Tiefland und Gebirge.

00:11:03: Wir sind hier in Mittelgebirge.

00:11:05: Wir haben hier verschiedene Klimate,

00:11:08: sehr viele Unterschiede in der Topografie.

00:11:11: Teler Berge, Westanströmung, Ost-Läh-Situation.

00:11:18: Das heißt, wo die Winde auf der Ostseite von den Bergen fallen.

00:11:22: Wir haben sehr große Unterschiede,

00:11:25: was auch Niederschläge betrifft im Saorland,

00:11:28: im Stau des Rotargebirges oder Kalle Asten, um Raum Winterberg.

00:11:31: Wir haben deutlich höhere Niederschläge,

00:11:34: als zum Beispiel im sogenannten Regenschatten auf der Ostseite.

00:11:38: Die Miedebach wird so bezeichnet als die Toskana des Saorlandes.

00:11:42: Weil sie sind geschützt vor den Westwind mit Regen.

00:11:47: Und haben also auf wenigen Kilometer die Hälfte an Niederschlägen.

00:11:53: Wie zum Beispiel der Kalle Asten.

00:11:55: Jetzt gibt es doch wahrscheinlich eine ganze Menge Qualitätsunterschiede

00:11:59: in der Art und Weise und im Ergebnis der Wettervorhersagen.

00:12:03: Was sind das für Qualitätsunterschiede?

00:12:05: Also, das hält, wenn man sich mal anguckt,

00:12:08: wenn man sich gerade auf das Fernsehwetter konzentriert,

00:12:12: was man also hört oder auch im Radio hört.

00:12:15: Es hängt viel ab.

00:12:16: Ich sag mal, was für eine Intention verschiedene Sender haben.

00:12:21: Es gibt gute und schlechte,

00:12:23: die Voraussetzungen von den Daten her,

00:12:26: die Grundlagen sind, glaube ich, für alle gleich.

00:12:29: Es gibt gute Grundlagen, wie Wetter sich entwickelt

00:12:34: und auch von den Prognosehängen, von den Daten her.

00:12:36: Dann kommt es darauf an, was will ich den Zuschauern und Hörern vermitteln?

00:12:41: Will ich denn irgendeine Story erzählen?

00:12:44: Oder will ich wirklich Fakten transportieren?

00:12:47: Das ist heute auch ein bisschen ein Problem.

00:12:50: Viele Medien haben doch Angst, den Menschen auch mal ein paar Fakten zu sagen.

00:12:54: Es muss immer alles, ich sag mal, verblümelt werden.

00:12:58: Es muss alles verniedlicht werden.

00:13:00: Es muss alles weichgespült werden, sag ich mal.

00:13:03: Das stört mich immer so ein bisschen.

00:13:05: Ich hab gelesen, ich hab jetzt den Experten neben mir,

00:13:09: dass Wissenschaftler relativ aktuell festgestellt haben,

00:13:12: dass neue Ereignisse in der sogenannten Stratosphäre

00:13:15: in die Toposphäre durchschlagen

00:13:18: und dann mit bestimmten Wetterbedingungen zusammenhängen.

00:13:22: Jetzt soll daraus entstehend die Wettervorhörersage viel besser werden.

00:13:26: Also, man soll demnächst zwei Monate im Voraus das Wetter voraus sagen.

00:13:31: Ist da was dran?

00:13:32: Also, über solche Erkenntnisse hab ich noch nichts gehört.

00:13:36: Aber ...

00:13:37: Also, es gibt ja natürlich immer schon den Wunsch.

00:13:40: Und gerade, wir sind ja hier in Saarland,

00:13:43: auch hier rund in den Höhenlagen, ein großes Wintersportgebiet.

00:13:46: Ein Wintersportregion.

00:13:48: Man möchte immer gerne wissen,

00:13:50: oder sagen wir mal, die, in dem Winter Sport tätig sind,

00:13:54: auch geschäftlich, wie wird der nächste Winter?

00:13:56: Ja, das Zeilenpugnosen sind schwierig,

00:14:00: die sich wirklich damit beschäftigen, dass das Quatsch

00:14:03: wird man nie hinkriegen.

00:14:05: Weil das Wetter ist also ...

00:14:07: einfach chaotisch in weiten Teilen.

00:14:09: Und man kann nicht länger als eine Woche, zehn Tage,

00:14:14: je nach Wetterlage, wenn man mal gibt's ja Unterschiede,

00:14:18: in Voraus schauen und alles andere, ist Quatsch.

00:14:21: Sind Sie eigentlich auch wetterfühlig?

00:14:25: Also, Sie als Meiner aus Paar? - Ja, doch eigentlich schon.

00:14:29: Also, ich find's natürlich schön wie alle,

00:14:31: wenn's Wetter schön ist.

00:14:33: Also, wenn man jetzt, sagen wir mal, eine Woche im dichten Nebel hängt,

00:14:37: und es wird nicht hell den Tag zu über,

00:14:40: das schlägt schon aufs Gemüt, sagt man ja.

00:14:42: Und das geht mir genauso, ne? - Ja, okay.

00:14:44: Ich fühl mich viel besser, wenn's morgens die Sonne da ist.

00:14:48: Und man schaut jetzt von den Bergen, ich sag mal, über die Täler.

00:14:52: Und wenn da auch noch so wie im Herbst,

00:14:54: die Wolken unten drin liegen und der nebel,

00:14:56: die grünebel Licht, dann ist das ein Traum.

00:14:59: Ich weiß gar nicht, ob das bewiesen ist,

00:15:01: dass so was wie Wetterfühligkeit auch auf Faktenbasis gibt.

00:15:04: Ja, auch das ist untersucht.

00:15:06: Es gibt ja auch eine Medizinmetheologie, ne?

00:15:09: Also, von daher, auch das wird betrachtet.

00:15:12: Und das ist mit Biowetter, es gibt Biowetter, Bio-Klima,

00:15:16: ist ne Sparte, ne?

00:15:18: Wenn Sie jetzt mit ein paar Worten mal relativ einfach erklärt,

00:15:22: so als wenn man's Kindern erklären würde,

00:15:24: noch mal sagt, wie funktioniert eigentlich so ne Wettervorhersage?

00:15:28: Was machen Sie? Was ist auch nötiglich Brot?

00:15:30: Genau. Also, Wettervorhersage ist einmal ...

00:15:35: Ich messe viele Daten.

00:15:38: Also, ich hab viele Punkte, wo ich das Wetter erfasse.

00:15:42: Wie viele sind das in etwa? Sag mal ne Zahl.

00:15:44: Äh, ja gut, das können gar nicht,

00:15:47: letztendlich gar nicht genug sein.

00:15:49: Also, wir haben jetzt wie gesagt 85 Stationen

00:15:52: im Sauerland, in Südwestfalen.

00:15:54: Die unterschiedliche Lagen haben,

00:15:56: die eine Station liegt im Tal, die eine liegt auf dem Berg,

00:15:58: die eine liegt dann mehr auf der Regenseite,

00:16:01: die eine liegt auf der Windseite,

00:16:03: die eine liegt im Regenschatten, im Windschatten.

00:16:05: Und daraus ergibt sich eben eine ganz bestimmte Werte.

00:16:08: Also, ich hab viele, viele Messdaten.

00:16:10: Ich habe, was eben die, sagen wir mal, die Berufsmetheologie macht,

00:16:14: wir sind ja jetzt hier ne private Einrichtung.

00:16:17: Äh, die, und das machen wir natürlich auch, was die machen,

00:16:21: die beobachten die Wetterlage aus dem Weltraum.

00:16:26: Es gibt ja Wetter-Satelliten, ja.

00:16:28: Und die dritte Geschichte ist eben, es gibt,

00:16:31: sagen wir mal, diese Rechnern, diese leistungsstarken Rechner,

00:16:34: wo die Daten letztendlich eingeführt werden.

00:16:39: Alle sechs bis zwölf Stunden.

00:16:42: Und diese Computer, diese starke Hilfe,

00:16:45: die rechnen also diese Modelle, diese Vorhersagemodelle, ja.

00:16:50: Also, Beobachtung von oben, Messung von Wetter-Daten

00:16:54: und technische Hilfe daraus für eine Vorhersage.

00:17:00: Sagen wir mal so, Herr Papi,

00:17:05: das beste und zuverlässigste Sauerlandwetter,

00:17:07: das gibt's bei Ihnen, richtig?

00:17:09: Ja, ich sag mal das Differenzierteste.

00:17:12: Und ich sag mal, vielleicht auch am meisten mit Herzblut,

00:17:16: sag ich einfach mal, gemacht.

00:17:19: Ich mach das übrigens mit meinem Sohn.

00:17:21: Wo man sich, sagen wir mal, sicher sein kann,

00:17:25: dass man sich versucht, auch in die Thematik richtig reinzukniehen.

00:17:31: Da mag jetzt dann was dran sein, ja.

00:17:33: Die Website heißt wetterminossauerland.de.

00:17:37: Seit wann gibt's die?

00:17:38: Die gibt's seit gut zehn Jahren, also länger auch noch nicht.

00:17:43: Mit Wetter befassen wir uns schon ein bisschen länger,

00:17:46: ich schon 30 Jahre.

00:17:48: Und mein Sohn ist da jetzt dazugekommen.

00:17:50: Um mal so ein bisschen den Traffic, die Zugriffe zu verstehen,

00:17:55: wie viele Menschen schauen da pro Jahr drauf?

00:17:58: 800.000.

00:18:00: 800.000. - So eine Suche haben wir.

00:18:02: Fast eine Million.

00:18:04: Das ist aber eine ordentliche Zahl.

00:18:06: Herzlichen Glückwunsch.

00:18:07: Das spricht wahrscheinlich auch für die Qualität.

00:18:10: Sind Sie denn eigentlich auch, sagen wir mal,

00:18:13: so im Fernsehen oder in den Zeitungen oder im Radio vertreten

00:18:17: und präsentieren da Ihr Wetter?

00:18:19: Zumindest in den Lokalen.

00:18:20: Also WDR, WDR sind wir auch, ich sag mal,

00:18:23: auch Fernsehschirme vertreten.

00:18:25: Was wir grundsätzlich oder was wir machen,

00:18:28: schon seit einer gewissen Zeit,

00:18:31: ist in der Lokal-Printmedien,

00:18:34: machen wir zweimal die Woche Wetterberichte.

00:18:37: In fünf Lokalausgaben gibt's die Wetterberichte von Wetter.

00:18:43: Also in der WP, in der West-Weil-Post.

00:18:46: In der WP, genau.

00:18:48: (Ruhige Musik)

00:18:50: Es gibt ja eine ganze Menge auch

00:18:53: tatsächlich sehr prominenter Wetterfrösche.

00:18:56: Ich hoffe, Sie merken den Unterschied "Wetter Gott" gesagt.

00:18:59: Jörg Kachelmann fällt dann natürlich ein.

00:19:03: Kennen Sie den aus Ihrem Netzwerk eigentlich auch?

00:19:06: Den haben wir auch mal persönlich hier gehabt bei uns im Sauland.

00:19:11: Da ist er jetzt nicht mehr in dem Bereich tätig,

00:19:14: wo er groß geworden ist.

00:19:16: In seiner Firma, weil er wirklich eine absolute Coefee ist.

00:19:19: Auch über eine Art, wie er Wetter präsentiert, insbesondere.

00:19:23: Aber auch wirklich gut ist.

00:19:25: Er hat ja dieses Messnetz-Methiomedie aufgebaut damals,

00:19:29: also ein privates.

00:19:30: Das erste private Messnetz, ich sag mal, nach dem DWD,

00:19:34: sonst die anderen Wetterdienstleister haben,

00:19:36: keine eigenen Messnetze, wir haben auch eins.

00:19:39: Aber er hat über ganz Deutschland und Schweiz

00:19:42: dieses Messnetz als Erster, so ein Messnetz, aufgebaut.

00:19:46: Und da gibt es im Sauland auch fünf, sechs Stück.

00:19:49: Der DWD ist der Deutsche Wetterdienst.

00:19:51: Da hab ich in den Recherchen vieles drüber gelesen

00:19:55: und wenig Positives, aber das ist, glaub ich,

00:19:57: noch mal ein ganz eigenes Thema für sich.

00:20:00: Das ist ja der staatliche Wetterdienst.

00:20:02: Und staatliche Institutionen haben eben gewisse Eigenschaften,

00:20:05: sag ich mal.

00:20:07: Und gut, sie waren lange, lange Jahre, Jahrzehnte, Monopolist.

00:20:12: Und da haben sich eben auch solche Strukturen letztendlich ...

00:20:16: ja, eingebürgert.

00:20:18: Und deswegen haben die heute auch Probleme.

00:20:22: Man muss heute im Bereich Wetter eben sehr, sehr flexibel sein.

00:20:25: Und da sind eben private sehr stark hoch gekommen.

00:20:29: Auch als Konkurrenz.

00:20:30: (Ruhige Musik)

00:20:32: So, jetzt komme ich mal zum Thema Luftqualität.

00:20:34: Ich hab ja vorhin geschwärmt,

00:20:36: dass wir hier rausgestartet sind.

00:20:38: Auch einer meiner Gründe hierhin zu kommen,

00:20:40: dass ich hier neben der Ruhr, die ich phänomenal finde,

00:20:44: also wirklich mit deutlich und sofort spürbar bessere Luft habe.

00:20:47: Das Thema ist Schadstoff oder Feinstoffbelastung.

00:20:50: Also, ich bin kein Fachmann, aber ich weiß, es gibt Ozone,

00:20:53: es gibt Stickstoffdioxid, es gibt Feinstaub.

00:20:56: Ist die Luft hier im Sauland wirklich viel besser?

00:20:59: Die ist grundsätzlich, ich sag mal,

00:21:01: es gibt ja eine Prädikatisierung in dem Bereich.

00:21:04: Die Region hier, oberhalb, 600 Meter,

00:21:07: sind in der Regel in einem sogenannten heilklimatischen Kurgebiet.

00:21:12: Ja, also ...

00:21:13: Winterberg, Nordenau, was auch höher liegt,

00:21:17: die Höhendäufer um den Karl-Nasten rum sind alle zumindest

00:21:21: für Luftkurorte oder staatlich anerkannte heilklimatische Kurorte.

00:21:25: Das heißt, das ist eben dieses sogenannte Reizklima,

00:21:28: was wir er kennen von den Küsten.

00:21:32: Nordsee, die Inseln, die haben dieses starke Reizklima.

00:21:36: Etwas Ähnliches haben sie hier auch bei uns.

00:21:39: Das ist jetzt kein Meeresklima,

00:21:41: aber sie haben die starken Wirkungen durch Wetter,

00:21:44: durch Wind, Luftfeuchte ist eine andere.

00:21:49: Gut durchlüftet immer, aber das ist eine wesentliche Geschichte.

00:21:53: Temperaturen sind niedriger.

00:21:55: Das ist das sogenannte Reizklima hier der Berge.

00:21:59: Das hat man hier gerade in diesen Berglagen.

00:22:02: Sie haben neben dem eigenen privaten Wetterdienst

00:22:06: auch eine ganze Menge weiterer Aufgaben und auch Projekte.

00:22:10: Ich hab gelesen,

00:22:12: sie sind auch eine der führenden privaten Wetternetzwerke.

00:22:15: Sie hatten es kurz erwähnt.

00:22:17: Was sind das für Projekte und Aufgaben,

00:22:20: die es da ansonsten noch gibt, die da in dem Fokus stehen?

00:22:23: Genau. Wir haben ja folgendes gemacht in den letzten zehn Jahren.

00:22:27: Wir haben angefangen mit der ersten automatischen Wettermeststation.

00:22:32: Und haben dann natürlich in der Region weitere angesprochen.

00:22:38: Das betrifft die Touristik, das betrifft Städtegemeinde,

00:22:42: das betrifft Dörfer.

00:22:44: Und haben also versucht, die Vorzüge von so einem Wetterdienst

00:22:50: und so einer Wetteranlage, einer Wettermeststation herauszustellen.

00:22:55: Das ist das eine.

00:22:56: Da sind auch im Laufe der Jahre sehr viele zusammengekommen.

00:23:00: Vor einigen Jahren hat das insbesondere was zu tun

00:23:03: mit den Kalamitäten, was im Wald passiert ist.

00:23:06: Sprich also der Borkenkäfer.

00:23:08: Und da hat der Forst Projekte für die Zukunft.

00:23:11: Was passiert an dem Boden?

00:23:15: Was passiert im Boden? Was passiert an Hängen,

00:23:18: wo man also diese Freiflächen hat?

00:23:20: Und da haben wir so genannte Klimastationen aufgebaut für den Forst.

00:23:25: * Musik *

00:23:28: 1957 geboren, also '67.

00:23:31: In Winterberg, in Neuastenberg.

00:23:35: Deswegen habe ich auch gesagt, ein echtes Saureland-Urgestein.

00:23:38: Und sie sind hier auch aufgewachsen, Abitur in Winterberg, glaube ich.

00:23:43: Studium haben sie aber gemacht, fast in meiner Heimatstadt.

00:23:46: Sie sind an die Rupp gegangen, Rohruniversität Bochum.

00:23:49: Und haben dort Diplomgeographie.

00:23:52: Jetzt gibt es wahrscheinlich den häufigsten Fehler,

00:23:56: wenn man sie anspricht, dass dann gesagt wird,

00:23:59: hier kommt der Meteorologe.

00:24:01: Sind sie aber nicht, sie sind der Geograph.

00:24:03: Wo ist der Unterschied?

00:24:04: Die Geografie ist die Beschreibung der Erde nicht von der Definition her.

00:24:09: Befasst sich natürlich mit allen Facetten des Raumes.

00:24:13: Der Forschungs- und Lernobjekt des Geografen ist der Raum,

00:24:18: ist die Landschaft.

00:24:20: Und da ist eben der Bereich Klimawetter ein Teil.

00:24:25: Wenn ich mich im Studium in dem Bereich spezialisiere

00:24:28: oder meine Schwerpunkte darauf lege,

00:24:30: dann erwerbe ich natürlich auch die Kenntnisse,

00:24:34: die ich brauche, um solche Dinge zu machen, die wir machen.

00:24:38: Das Meteorogiestudium ist ein komplett anderes.

00:24:42: Das ist eigentlich ein reines Mathematik- und Physikstudium.

00:24:45: Und wo ich dann schon mal sage,

00:24:47: den richtig gelernten Meteorologen,

00:24:50: die befassen sich mehr mit Zahlen und sonst was.

00:24:53: Und es ist eigentlich ein Physiker.

00:24:56: Das ist ein Physiker.

00:24:57: Und den geht vielleicht dann auch schon mal ab,

00:25:00: das Objekt an sich, um was man sich dreht.

00:25:04: Wir kommen mehr, die Geografen kommen mehr von dem Spaß

00:25:09: und der Leidenschaft für die Landschaft

00:25:12: und in dem Falle für das Klima und für das Wetter.

00:25:15: Sie sind der Super-Sauerland-Kennner.

00:25:17: Jetzt müssen wir damit leben,

00:25:19: dass ich von Ihnen gerne ein paar Superlative abfragen möchte.

00:25:23: Mal gucken, was da kommt.

00:25:24: Wo sind die schönsten drei Plätze und/oder Wanderorte hier im Sauerland?

00:25:28: Aus einem hohen Knochen, den haben wir noch mal separat.

00:25:32: Ein zentraler Punkt ist natürlich,

00:25:34: und deswegen wird er schon 150 Jahre besucht ohne Ende,

00:25:38: ist der Kale Asten als ein offener Berg,

00:25:41: also zwischen Winterberg und Schmallenberg.

00:25:44: Schmallenberger Region geht ja bis in den Bereich des Kalen Asten.

00:25:50: Das ist ja nicht nur Winterberg,

00:25:52: da ist ja genau die Grenze zwischen den Städten.

00:25:54: Das ist ein offener Berg, der heißt Kale Asten.

00:25:57: Da hat man eine riesige Fernsehe, da steht ein Aussichtsturm drauf.

00:26:01: Das ist sicherlich ein Highlight.

00:26:03: Dann ist eine spannende Geschichte,

00:26:05: der Grenzbereich zwischen Westfalen, Waldeck, Sauerland, Hessen.

00:26:10: Ein Bereich, wo auch der Rotarsteig drüber läuft

00:26:13: und über diesen Kamm, wo der langen Berg als höchster Berg

00:26:17: letztendlich des Sauerlandes liegt.

00:26:19: Und Willingen mit eben auch hochaktaktiver Landschaft

00:26:24: und auch was ein Ort betrifft, ganz nahe ist.

00:26:27: Außerdem eine zweite große Berghäide,

00:26:29: dort gibt es der neue Hagen, das war sicher der zweite Punkt.

00:26:32: Also Sie merken es, wir haben, ich gucke mir über die Berge raus,

00:26:36: aber dann vielleicht auch noch eine interessante Ecke,

00:26:39: ist der Bereich Medebach.

00:26:42: Der auch noch zum Sauerland gehört,

00:26:45: aber schon ganz nahe an Hessen dran greift.

00:26:47: Der klimatisch komplett anders ist als größte Teil des Sauerlandes.

00:26:52: Mehr Sonne, Temperaturen, meist etwas höher

00:26:58: und deutlich weniger Niederschläge.

00:27:00: Wenn es mal im Sauerland richtig verrechnet ist,

00:27:03: dann sagen wir den Gästen immer, fahrt mal 20 km weiter,

00:27:07: fahrt über den Rotarkamm weg und in die Medebacher Bucht

00:27:10: und dann habt ihr ein anderes Wetter.

00:27:12: Jetzt kennen Sie das Sauerland seit fast 70 Jahren.

00:27:15: Wie sind denn aus Ihrer Sicht so die typischen Sauerländer

00:27:20: als Gastgeber, wenn Sie die mal so beschreiben würden?

00:27:23: Ich glaube, sie sind herzlich,

00:27:25: sie sind ein bisschen schroff vielleicht nach außen,

00:27:28: die sind keine Plappermeuler in der Regel nicht.

00:27:30: Und ja, sie sind Erdschollen verbunden, sagen wir mal.

00:27:36: Und ich glaube, können gut arbeiten auch

00:27:40: und das können andere natürlich auch in anderen Regionen.

00:27:42: Aber dieses etwa, das typische Westfälisch,

00:27:45: Sauerländische, ein bisschen stur, aber herzlich, würde ich sagen.

00:27:50: Wie sind denn die Sauerländer so untereinander? Was ist Ihre Erfahrung?

00:27:53: Kann ich jetzt gar nicht keine besondere Verhaltensweisen feststellen.

00:27:57: Ich sage mal, so wie sie gegenüber anderen auftreten,

00:28:00: so sind sie auch, so wie sie sind.

00:28:03: Also, ich sage mal, von daher, die verstellen sich ja nicht.

00:28:06: Wenn Sie jetzt letztendlich mit Gästen umgehen,

00:28:09: dann sind Sie auch natürlich, wie gesagt,

00:28:11: vielleicht manchmal ein bisschen zu schroff,

00:28:13: aber das ist ja auch das mit Kanten und Ecken.

00:28:16: Ja, sehr schön. - Das gefällt mir.

00:28:18: Wo hat man jetzt wirklich, wenn man nochmal 2, 3 Orte nennt,

00:28:21: wo hat man wirklich tatsächlich aus der Wetter-Experten-Sicht

00:28:24: möglichst viel Sonne, vielleicht auch höhere Temperaturen,

00:28:27: möglichst wenig Regen?

00:28:29: Also, da sind wir dann schon, sobald wir in die Staulagen

00:28:33: der höchsten Gebirge bekommen,

00:28:35: das ist eben das Rothal-Gebirge und die Region hier

00:28:38: rund um Winterberge-Willingen,

00:28:40: dann habe ich höhere Niederschläge, die Temperaturen sind niedriger.

00:28:43: Wenn ich in die wärmsten Ecke mir angucken will,

00:28:46: dann muss ich ins Rothal gehen, ich sage mal, in den Bereich Arnsberg.

00:28:50: Ja, da bin ich nur noch auf 200 Meter,

00:28:52: das hat es mit der Höhenlage zu tun.

00:28:54: Und ich habe jetzt nicht unbedingt im Rothal,

00:28:57: sagen wir mal, die Stau-Gebirge und Stauberge,

00:29:00: wo sich der Niederschlag eben stärker abrechnet.

00:29:03: Also, das ist eigentlich der Bereich mittleres Rothal.

00:29:07: Dort, das sind eigentlich die Wärmsnäcken.

00:29:09: Also, meine geliebte Oma Rose,

00:29:12: leider mit 89 verstorben,

00:29:15: die hat immer mit einem zinkernen Auge gesagt, Junge,

00:29:18: denkt dran, wenn ich verreist bin,

00:29:20: gibt kein schlechtes Wetter, gibt nur schlechte Kleidung.

00:29:23: Aber ein bisschen was ist da dran, das ist eine Einstellungssache.

00:29:26: Nee, das ist ja, und ich meine, das sagt ja nichts anderes,

00:29:30: als dass man natürlich auch vielleicht nicht so einen Wetter

00:29:36: auch genießen kann.

00:29:38: Und wenn man erstmal eintaucht, auch mal nieselt oder auch mal regnet,

00:29:42: und ich habe eine schöne Landschaft, wo ich durchlaufe,

00:29:46: dann habe ich was Gutes für mich getan.

00:29:49: Und wenn ich dann, ist es genauso, als wenn ich Sport treibe,

00:29:52: die Leute werden ja von Glücksvermohnen überschüttet,

00:29:55: sondern es ist genauso, wenn ich mal so durch so ein richtiges Wildwetter gelaufen bin,

00:30:00: dann ist das nachher wie eine wirkliche, eine reinigende Dusche,

00:30:05: die ich irgendwo gehabt habe.

00:30:07: So, dann kommen wir mal zu ihrem beruflichen Station.

00:30:12: Da gibt es ja unglaublich viel, also das fühlt relativ schnell

00:30:15: auch eine ganze Dienerviersite, total spannend.

00:30:17: Sie haben mal die Kurverwaltung in Willing geleitet.

00:30:20: Sie sind jetzt seit vielen Jahren auch Geschäftsführer

00:30:23: der Liftgesellschaft in Neuastenberg, also Skigebiet Postwiese.

00:30:29: Da fällt mir, jetzt springen wir mal sofort in den Winter rein,

00:30:33: eine Frage sofort ein.

00:30:35: Ich glaube, Sie haben gerade bei Ihnen im relativ schönen, großen Skigebiet

00:30:38: auch eine ganze Menge Schneekanonen angeschafft.

00:30:41: Kann das sein, dass das so mit die modernsten und die beste Technik ist,

00:30:46: die Sie da stehen haben?

00:30:48: Ja, gut, da muss man vielleicht insgesamt den Raum Winterberg sich angucken.

00:30:52: Wir sind so in dem Maße, wir sind ja jetzt, Sie wissen das ja,

00:30:56: der Bereich Winterberg direkt im Ort, also das Schilifkaussell, das berühmte,

00:31:01: ist natürlich Vorreiter in ganz, ganz vielen Dingen.

00:31:06: Wir sind jetzt so aufgestellt, wie sagen wir mal,

00:31:10: die mittelgroßen Skigebiete im Sauerland, da gibt es jetzt auch so viele,

00:31:13: ja auch nicht, das ist Alt-Astenberg, Neu-Astenberg,

00:31:15: wir sind so der Bereich, der unterhalb von Winterberg und Willingen ist.

00:31:19: Da sind wir gut aufgestellt, Beschneiung ist heute notwendig.

00:31:24: Wir haben schwierigere Winter, das muss man sagen,

00:31:27: was Naturschnee betrifft seit 10, 15 Jahren.

00:31:30: Das heißt, Beschneiung gehört einfach zum Wintersportangebot

00:31:33: wegen der Verlässlichkeit Götter hinzu.

00:31:35: Und wer das nicht macht, ist eigentlich ganz schnell vom Fenster weg.

00:31:39: Das machen wir auf der Postwiese und da sind wir eigentlich ganz gut aufgestellt.

00:31:46: Wie viele Schneekanonen haben Sie da im Einsatz?

00:31:48: Hallo.

00:31:49: Wir haben also 45.

00:31:51: Diese Schneekanonen, die auch dann helfen, wenn man ein bisschen weiter unten liegt.

00:31:55: 45 haben Sie, das sind doch wahrscheinlich relativ teure Anschaffungen, oder?

00:32:00: Was kostet eine Schneekanone?

00:32:02: Die kostet viel wie ein Mittelklassewagen, 30.000 im Schnitt.

00:32:06: Und da ist Winterberg selbst als Kerngebiet.

00:32:10: Und sehr großes Gebiet mit vielen, vielen Sesselliften.

00:32:13: Eines der führenden Skigebiete in Deutschland,

00:32:15: anschließend das Alpenraum ist, das deutschen Alpenraum ist eine echte Nummer

00:32:19: und hat touristisch eine große Bedeutung auch für das Hotel vom Ruhknochen.

00:32:25: Das heißt, die Gäste können hier im Winter hinkommen, wenn sie Skifahrer sind

00:32:29: und können sich quasi eben aufgrund dieser Hochentwicklung der Skigebiete fast drauf verlassen,

00:32:36: dass sie dann hier auch Schnee antreffen.

00:32:38: Wo liegt denn eigentlich die Schneegrenze hier?

00:32:40: Ja gut, das ist unterschiedlich eben auch von der Rettelage.

00:32:43: Also das heißt, es gibt so natürliche Schneefallgrenzen.

00:32:47: Man sagt Schneefallgrenze.

00:32:49: So 600 Meter, ich sag mal unterhalb vom hohen Knochen, da ist so eine natürliche Schneefallgrenze.

00:32:57: Das gibt einfach, das weiß man jetzt so als einheimisch,

00:33:01: wenn ich eine bestimmte Grenze überschreite bei einer ganz normalen Wetterlage,

00:33:05: dann komme ich aus dem Tal hoch und ab ca. 600 Meter fängt es an zu schneiden.

00:33:12: Das meiden sie.

00:33:13: Und da gibt es wirklich, das betrifft jetzt hier, gerade diese Station bzw. der Ort hier auf dem hohen Knochen,

00:33:21: ist eine, wenn man eine Winterwetterlage haben, dann schneit es hier rum.

00:33:25: Ich habe auf der Website gelesen, dass bei Ihnen im Skigebiet Postwiese,

00:33:30: dass die Ticketpreise erhöht werden mussten.

00:33:33: Man hat das da auch noch mal erklärt.

00:33:35: Gestiegene Energiepreise, Zinsen sind teurer geworden.

00:33:38: Das Interessante, es ist eine Moderateranhörung, das Interessante ist aber,

00:33:42: in der Nebensaison gibt es die Tagesticket günstiger, das habe ich nicht verstanden.

00:33:48: Gut, das gibt ja in allen Bereichen, das gibt es in Hochebier schon lange,

00:33:52: wir haben das jetzt erstmals angeführt, dass wir sagen, okay, es gibt Zeiträume,

00:33:56: wo die Saison noch nicht richtig läuft, das spricht von so genannten Januarloch.

00:34:00: Das ist jetzt hier so eine Zwischenseisungszeit.

00:34:02: Es gibt die Vor-Saison, das ist bei uns dann, sagen wir mal, bis kurz vor Weihnachten.

00:34:08: Das ist so eine klassische Vorsaison, die finden Sie im Tourismus auch im Allgemeinen,

00:34:12: wenn sie zum Skifahren ins Hochgebirge wollen und sie sind vor Weihnachten unterwegs,

00:34:16: dann kriegen sie auch günstigere Preise.

00:34:18: Und da ist der Grund eben, und warum macht man das,

00:34:21: um vielleicht eben Gäste zusätzlich über den Preis anzuziehen?

00:34:25: Wenn der Klimawandel vielleicht auch dafür verantwortlich sein würde,

00:34:28: weniger Schnee zu machen, habe ich zumindest gelesen,

00:34:32: dass der Klimawandel durchaus auch den Effekt haben kann,

00:34:36: mehr Schnee zu bringen, trotz der globalen Erhitzung,

00:34:40: hat wohl unter anderem damit zu tun, dass trotzdem kalte Luft in der Arktis da ist,

00:34:45: die dann viel Feuchtigkeit aufnimmt und die rüber transportiert wird.

00:34:48: Ist das so richtig wiedergegeben?

00:34:50: Ja, es ist wirklich kompliziert.

00:34:53: Und wie es wirklich wird, weiß keiner.

00:34:56: Aber sicher ist nun mal leider, dass eigentlich die Prognosen,

00:35:00: die man 2000 gemacht haben, was jetzt der Anstieg der Durchschnittstemperatur

00:35:05: weltweit und auch hier in Deutschland ist, leider recht behalten haben.

00:35:09: Also die Durchschnittstemperaturen sind anderthalb bis zwei Grad höher,

00:35:14: als zu Zeiten vor 50, 60, 70 Jahren.

00:35:17: Das ist so eingetreten.

00:35:20: Das ist so.

00:35:22: Und dass es Wetterlagen geben kann,

00:35:25: weil der Wettermotor stoppt und letztendlich stoppt.

00:35:30: Man kriegt eine Nordwetterlage,

00:35:34: wo also Polarluft einströmt und sich das über Wochen nicht verändert.

00:35:38: Das ist durchaus im Rahmen auch dieser Klimawarmung drin.

00:35:42: Bei Ihnen im Skigebiet in Neu-Astenberg gibt es, so steht es auf der Website,

00:35:48: den ersten professionellen Fun Park.

00:35:52: Was bedeutet das?

00:35:54: Also das ist jetzt, es gibt ja eine ganz bestimmte Klientel

00:35:58: oder verschiedene im Bereich Wintersport.

00:36:00: Da gibt es einen klassischen Alpine-Skifahrer

00:36:02: und da gibt es jetzt, wenn man sich mal die Jüngeren anguckt,

00:36:05: eben das Snowboard fahren, auch noch Spielformen, andere Spielformen.

00:36:10: Und das wir eben seit 20 Jahren bei uns haben,

00:36:13: ist, dass wir einen Fun Park oder Snow Park haben,

00:36:16: wo gewisse Hindernisse sind, wo man über Wellen springt,

00:36:22: Rails und Corners, die haben ja ihre eigene Sprache,

00:36:25: mittlerweile kommt.

00:36:27: Das habe ich auch gesehen auf der Website.

00:36:29: Das Skateboard ist ja der Sommerpondant, so ein bisschen im Sommer.

00:36:33: Und da ist dann eine ganz bestimmte Klientel

00:36:35: und da haben wir eben versucht, auch eine ganz bestimmte Marktlücke zu haben

00:36:41: und die Leute eben anzuziehen, dadurch.

00:36:45: Thema Schnee bringt auch das Thema Langlauf mit.

00:36:48: Gerade auch hier oben am hohen Knochen durchaus ein Thema,

00:36:51: wenn denn die Schneelage ist zulässt.

00:36:53: Da weiß ich, dass die Frau Werner beim letzten Mal aber geschwärmt hat,

00:36:56: dass das Tonnenung unglaublich schnell geht, dass hier die Leupen gezogen werden.

00:36:59: Ich habe aber bei den Eindruck so grundsätzlich,

00:37:01: dass das Thema Langlauf immer mehr aussterbt, oder?

00:37:04: Eigentlich nicht.

00:37:05: Schön zu erinnern.

00:37:07: Genau, es wird schwieriger.

00:37:09: Also wir haben jetzt noch diese Woche von Verkehrsverein,

00:37:11: wenn ich bei uns auch aktiv, nochmal unsere Nordic-Sportversammlung

00:37:15: über Sauerland gehabt.

00:37:17: Nein, das ist nicht so.

00:37:19: Wir haben also hier ein Verein insgesamt

00:37:21: und das Thema ist ja immer, das große Thema ist immer,

00:37:23: wie finanziell die eigentliches Leubenspuren.

00:37:25: Das ist ja auch eine Menge Geld.

00:37:27: Es gibt jetzt einen Verein,

00:37:29: es gibt eine freiwillige Leubengebühr

00:37:31: und es gibt eine Mitgliedschaft in diesem Nordic-Verein.

00:37:34: Das ist derart stabil und wachsend

00:37:36: und die Leute machen das total gerne.

00:37:38: Aber es ist sehr schwierig mit dem Naturschnee.

00:37:41: Ich sage mal, mehrere Wochen im Winter

00:37:45: eine durchgängige Leube zu haben.

00:37:48: Aber es machen viele Leute.

00:37:51: Ja.

00:37:54: Wir sind mal kurz stehen geblieben,

00:37:57: um die schöne Aussicht und den Nebel zu genießen.

00:37:59: Und das ist wieder dieser Flaschmoment.

00:38:01: Jetzt kommt die Sonne noch von der linken Seite.

00:38:03: Und wir stehen hier bei absoluter Ruhe,

00:38:05: so ein bisschen Vogelgezwitscher im Hintergrund.

00:38:07: Genau.

00:38:09: Und wir sind hier auf der Nordseite des Berges.

00:38:11: Wir haben ja eine Südströmung.

00:38:13: Das heißt, es ist absolut windstill.

00:38:15: Wir sind eben durch den Wind gelaufen ein bisschen.

00:38:17: Jetzt ist es windstill.

00:38:19: Es ist sehr warm, weil wir haben wirklich eine Südströmung.

00:38:21: Das ist der 1. Oktober, muss man jetzt auch sagen.

00:38:23: Das ist nicht ungewöhnlich.

00:38:25: Das ist auch im Rahmen der natürlichen Klimaschwankung geworden.

00:38:29: Und es ist ein Traum.

00:38:32: Wir gehen nochmal einen kleinen Schritt weiter.

00:38:35: Wetter ist ja auch Wirtschaft.

00:38:37: Also mit drei Ausrufezeichen.

00:38:39: Da gibt es ja quasi auch so eine Art Interdependenz

00:38:41: auf alle Wirtschaftsbereiche.

00:38:43: Kann man lange darüber sprechen,

00:38:45: was ich gerne mal wissen wollte,

00:38:47: weil sie ja auch logischerweise der Wetterexperte sind.

00:38:50: Wie lange glauben sie, wird das Skifahren

00:38:54: wirtschaftlich überhaupt noch so richtig funktionieren?

00:38:57: Richtig, das stimmt.

00:38:59: Genau kann man es wirklich jetzt nicht sagen.

00:39:01: Was eine große Tendenz ist,

00:39:03: in allen Skigebieten, auch in den Alpen,

00:39:05: einfach aus nur Winterdestinationen

00:39:07: gesamtjahres Gebiete zu machen.

00:39:10: Das heißt, wir werden versuchen,

00:39:12: die Lüftanlagen oder Teil der Lüftanlagen,

00:39:14: wo es Sinn macht, auch im Sommer zu betreiben,

00:39:16: durch andere Aktivitäten.

00:39:18: Das ist, glaube ich, kann eine Entlastung sein.

00:39:22: Zusätzlich, wenn man wirklich nur 80 Tage

00:39:25: von 365-80 Tage Betriebstage hat,

00:39:28: dann spürt man förmlich,

00:39:31: das kann wirtschaftlich nicht gesund sein.

00:39:33: Da denken wir zum Beispiel bei uns dran,

00:39:35: wir haben also sehr viele Gäste bei uns im Ort,

00:39:38: dass man im Sommer praktisch dann auch

00:39:42: auf diese Weise den Winter auch schon mal mitverkauft.

00:39:46: Und dann aber auch dieses schöne Gebiet nutzt,

00:39:49: zum Beispiel für Natur, Erlebnis, Fade.

00:39:54: Da muss natürlich auch Action drin sein,

00:39:56: sonst kann ich heute keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken.

00:39:59: Aber diese Sommernutzung von Skigebieten

00:40:01: ist ein riesen Thema und ist in der Umsetzung.

00:40:04: Ja, Pap, es gibt immer mehr Hitze in den Städten,

00:40:07: gerade in den Großstädten.

00:40:09: Das ist ein Thema, wo, glaube ich, jeder mittlerweile mitreden kann,

00:40:11: durch die heißen Sommer hier im Saorland.

00:40:14: Wir haben das im ersten Podcast, als wir wandern gegangen sind.

00:40:17: Da gab es gerade den Wetterwechsel, den Temperaturwechsel.

00:40:20: Das ist schon echt der Standortvorteil,

00:40:22: Urlaubsvorteil.

00:40:23: Genau, das ist ja möglicherweise auch ein Thema.

00:40:25: Also für wärmer, noch wärmer werdende Sommer,

00:40:30: das man sagt hier Sommerfrische,

00:40:32: ist ja der uralte Begriff des Tourismus

00:40:35: aus dem letzten, vorletzten Jahrhundert.

00:40:38: Sommerfrische, das ist möglicherweise wieder ein Thema.

00:40:41: So, Sie sind ja jetzt 67 Jahre alt oder jung,

00:40:46: wie man das sagen will, also im klassischen deutschen Rentenalter.

00:40:49: Wenn ich Sie jetzt hier so ein Stündchen erlebt habe

00:40:52: bei Walk and Talk, glaube ich persönlich nicht,

00:40:55: dass Sie ans Aufhören denken, aber ich frag Sie mal,

00:40:57: wie das so geplant ist.

00:40:58: Nein, das sagt meine Frau auch immer.

00:41:00: Ja, man wird es eigentlich mal kürzer treten.

00:41:03: Es gibt so viele Aufgaben.

00:41:04: Wir haben noch so ein Projekt im Dorf, Winter Sportmuseum.

00:41:08: Das haben wir auch damals mit dabei gewesen,

00:41:10: haben wir das gegründet.

00:41:12: Da müssen wir jetzt ein neues Konzept erarbeiten,

00:41:14: ein neues Gebäude rein.

00:41:16: Im Lebenslaufstand drin, dass die drei Kinder haben,

00:41:18: über den Julien haben wir schon gesprochen.

00:41:20: Der betreibt zusammen das Wetterportal, Wetter-Sauerland.de.

00:41:26: Darf ich mal fangen, was die beiden anderen machen?

00:41:28: Genau, die Jüngste ist jetzt Lehrring geworden,

00:41:31: Deutschphilosophie, auch in der Winterberger Schule ist sie.

00:41:34: Das hat auch funktioniert, also interessant ist,

00:41:36: dass es uns gelungen ist, die alle hier zu behalten.

00:41:39: Das ist ja auch ein Problem, dass es ländlich in Raum ist.

00:41:42: Wenn die mal einmal studiert haben, dann ist man in der Regel erweck.

00:41:46: Das ist uns gelungen.

00:41:49: Die zweite Tochter ist im Bereich, jetzt ist sie Hausfrau-Mutter,

00:41:54: hat aber im Bereich Ernährung was studiert und Diabetologin.

00:42:00: In dem Bereich und Diätaussistentin, um es genauer zu sagen,

00:42:04: ist sie aber auch im Dorf geblieben, interessanterweise.

00:42:08: Ich gehe abschließend noch mal kurz aufs Thema Wetter ein.

00:42:11: Wenn man das Wetter für Sauerland haben möchte,

00:42:14: geht man natürlich auf ihre Seite, auf Sauerlandwetter.

00:42:17: Frage, wenn man jetzt für ganz Deutschland oder auch wenn man

00:42:21: verreisen will, irgendeinen Wetterdienst oder eine App nutzen will.

00:42:26: Haben Sie noch mal einen Tipp für uns, wo Sie sagen,

00:42:29: vielleicht muss man manchmal sogar ein bisschen Geld ausgeben,

00:42:31: um etwas bessere Qualität zu kriegen?

00:42:33: Was wären Ihre Tipps außerhalb des Sauerlands?

00:42:36: Also, ich sag mal, eine Standardadresse, da gibt es auch eine App von,

00:42:39: ist eigentlich Wetteronline.

00:42:41: Mit der lauen Wortgeschriebenes "Differenzierte",

00:42:43: wer sich für Wetter interessiert, da kann man sich Profikarten angucken,

00:42:46: ist alles frei.

00:42:47: Das ist eigentlich für uns auch eine Grube von den Profikarten her.

00:42:51: Also das ist eigentlich die Beste.

00:42:53: Ich fände es ja eigentlich auch ganz spannend,

00:42:57: wenn man ihr profundes Wetter wissen, auch an, ich sag mal,

00:43:01: einen Otto-Normal-Verbraucher weitergeben kann.

00:43:03: Da gibt es ja wahrscheinlich viele Interessierte.

00:43:05: Ist sowas auch geplant? Machen Sie sowas auch?

00:43:08: Ja, im Prinzip ja.

00:43:10: Es gibt hier ja gerade hier am Hotel Amkommung Knochen hier

00:43:14: schon eine Veranstaltung, die wir gemacht haben, im Prinzip für Gäste,

00:43:18: für Interessierte Gäste eine Rundwanderung,

00:43:20: Rundtour unter dem Thema Klimawanderung.

00:43:23: Also eine gute Idee.

00:43:24: Genau, wo man also die Dinge sagt.

00:43:26: Wir haben sowas schon länger gemacht,

00:43:29: oder ich habe sowas schon länger gemacht für Schuhklassen

00:43:31: in dem Bereich Kalaasten, die in der Jugendherbergen waren.

00:43:34: Und was wir eben in Bereich unserer Wetterstation haben,

00:43:37: dass also 12, 13 oder 14 Stationen auch an Schulen stehen.

00:43:41: Das heißt also, die Schulen waren, sind die Standorte.

00:43:45: Und sie haben die Aufgabe bzw. sollen das,

00:43:49: was noch nicht so richtig funktioniert, den Schülern dann

00:43:53: möglicherweise auch die Probleme und das Interessante am Wetter

00:43:57: und Digitalisierung nahebringt immer eine Wetterstation.

00:44:00: Wenn man mal in die Historie der Wetteraufzeichnungen schaut

00:44:03: und auch in ihre persönliche, gab es denn hier in ihrer Zeit

00:44:09: im Sauerland, gab es da mal so richtig ganz außergewöhnliche Phänomene

00:44:13: in positiver oder auch negativer Richtung?

00:44:16: Die sind jetzt schon, also das Interessante Phänomene

00:44:19: ist sicherlich der Rekordwinter an 1969/70.

00:44:23: Da ist jetzt nicht in unseren Wetteraufzeichnungen drin,

00:44:25: weil das schon viel früher war.

00:44:26: Das war hier im Sauerland der, die größte Schneehöhe,

00:44:30: seitdem es Wetteraufzeichnungen gibt, also seit 150 Jahren,

00:44:33: circa mit einer Schneewe von knapp 2,40 m auf dem Karl-Einasten

00:44:37: und einem halben Jahr Winter ohne Unterbrechung.

00:44:40: Das war der Rekordwinter und das ist natürlich prägend dann auch,

00:44:45: wenn man so was, ich habe es als Kind erlebt,

00:44:47: also war natürlich hochinteressant.

00:44:50: Und irgendwas Negatives auch mal?

00:44:53: Gut, ich sage mal Rekordniederschläge, Rekordwindstärken,

00:45:00: dann reden wir natürlich über den Orkan Kyril auch,

00:45:03: der 2007 hier durchs Land gezogen ist

00:45:07: und sagen wir das erste Mal,

00:45:09: einen Teilbestand der Fichten dezimiert hat.

00:45:13: Das war natürlich auch gewaltig, wo über 24 Stunden,

00:45:18: sagen wir mal Windböen bis 140 km/h hier drüber gezogen sind.

00:45:24: Diese Windstärken gibt es häufiger, aber nicht in diesem Zeitraum.

00:45:29: Das heißt also 12 Stunden waren es dann letztendlich permanent,

00:45:33: diese Orkanstärke und die hatte eben hier diese Schneisen

00:45:36: durchs Sauerland gezogen.

00:45:38: Gab es denn auch Momente, wo Sie als Wetterexperte sich mal

00:45:41: komplett verhauen haben?

00:45:43: Ja, früher haben wir mal für den Winter versucht,

00:45:47: ja, es ist halt ein Punkt, was wir machen, zu sagen,

00:45:50: ja, es wird der Winter, wird so und so und da gibt es auch Bauernregeln.

00:45:54: Aber das hat dann mal funktioniert, weil es ein Zufall war

00:45:57: und letztendlich kann man das nicht.

00:46:02: Ich kenne mich mit Bauernregeln leider gar nicht aus,

00:46:05: genauso wenig mit Witzen.

00:46:07: Gibt es ein paar Bauernregeln für Sauerland?

00:46:09: Ja, gut, das ist jetzt nicht für Sauerland, das ist insgesamt.

00:46:13: Es gibt ja die sogenannte Siebenschläferregeln,

00:46:15: hier haben Sie sich vielleicht auch schon gehört,

00:46:17: das heißt also, wenn sich der um die Siebenschläferzeit,

00:46:21: das ist also Ende Juno, die Wetterlage,

00:46:24: die sich dann über einen etwas längeren Zeitraum

00:46:27: bis Anfang Juli ausbildet, die gibt an,

00:46:30: wie sich der Hochsommer entwickelt.

00:46:32: Und da ist eine Menge dran, weil da stabilisiert sich,

00:46:36: sagen wir mal, das Wetter mit schönen Wetter,

00:46:39: also sprich Hochdruck, oder es ist unbeständig

00:46:42: und bleibt und bleibt, dann hält das den ganzen Hochsommer durch.

00:46:44: Das ist ja die jenige Wetterregel oder Bauernregel,

00:46:48: die am ehesten zutrifft.

00:46:50: Das müssen wir demnächst im Juni darauf achten.

00:46:53: Wenn Sie selber der Interviewer wären, gibt es so ein, zwei Fragen,

00:46:58: die Ihnen jetzt spontan einfallen, wo Sie sagen,

00:47:00: die ist noch nicht gefragt worden von mir oder von anderen,

00:47:03: wo Sie gerne darüber sprechen wollten?

00:47:05: Nein, also ich glaube, das haben wir eine Menge erwischt.

00:47:08: Das denke ich auch.

00:47:09: Vielleicht fällt mir beim Kaffee noch was ein,

00:47:11: aber dann ist das Gerät aus.

00:47:13: Das machen wir gleich mit dem gleichen gemütlichen Kaffee im Hotel.

00:47:16: Da freue ich mich drauf.

00:47:17: Ich bedanke mich sehr herzlich.

00:47:18: Sie sind ein klasse Typ, wenn ich das mal so sagen darf.

00:47:20: Herzlichen Dank.

00:47:22: Dann schalte ich jetzt mal hier das Gerät aus.

00:47:24: Gut.

00:47:25: [Musik]

00:47:33: Das war der Podcast Walk and Talk.

00:47:36: Begegnungen am Berghotel, hoher Knochen.

00:47:39: Vielen Dank für's Zuhören und bis bald zu einer erholsamen Auszeit

00:47:43: bei uns im schönen Sauerland.

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